Plaue-Center: Praxis soll wieder öffnen

Flöhas einziger Urologe hat aufgehört. Patienten stehen derzeit vor verschlossenen Türen. Doch ein Ende des Versorgungsengpasses ist absehbar.

Flöha.

Ein Zettel an der Tür der einzigen Flöhaer Urologie-Arztpraxis verkündet: "Aus Krankheitsgründen ist die Praxis in der Woche vom 1.7.2019 bis 5.7.2019 nicht besetzt."

Doch auch, wer in dieser Woche die Einrichtung im Plaue-Center an der Fritz-Heckert-Straße aufsucht, hat kein Glück. Am Dienstagmorgen standen einige vor verschlossenen Türen. Der Grund: Urologe Andy Berlin hat die Praxis zum 30. Juni aufgegeben. "Aus persönlichen Gründen", sagt Ulrike Haisken, Geschäftsführerin der Medizinischen Versorgungszentren Edia Med, die die Praxis betreiben.


Erst seit 8. August vorigen Jahres waren die Räume im Plaue-Center in Benutzung. Ein großes Banner an der Treppe weist noch immer auf die Neueröffnung hin. Die ehemalige Praxis des Arztes an der Augustusburger Straße war nach einem kapitalen Wasserschaden nicht mehr nutzbar gewesen, weshalb sich Edia Med nach neuen Räumen in Flöha umgesehen hatte. Die gemeinnützige GmbH gehört zur Edia-Con-Gruppe, einem Zusammenschluss von Diakonie-Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und Medizinischen Versorgungszentren in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Doch für die Patienten von Andy Berlin, der seit 2013 in Flöha praktiziert hatte, gibt es eine gute Nachricht: "Es bleibt unsere Praxis, nur der Arzt wechselt", erklärt Haisken. Nachfolger ab 1. September wird Nico Rößler. Laut der Geschäftsführerin ist der Urologe seit 2012 als Facharzt für die ambulanten Patienten der Zeisigwaldkliniken Chemnitz zuständig, die ebenfalls zur Edia-Con-Gruppe gehören. Bis dahin können sich Patienten in dringenden Fällen oder wenn sie Rezepte benötigen, an die urologische Praxis der Poliklinik am Zeisigwald wenden.

Die von Flöha aus nächsten urologischen Praxen befinden sich derzeit laut Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) in Frankenberg und Chemnitz. Insgesamt sei die Ausstattung Mittelsachsens mit Urologen nicht zu knapp: Der Versorgungsgrad im Bereich Freiberg, zu dem Flöha gehört, lag zum 1. Januar 2019 laut dem jüngst veröffentlichten Bedarfsplan der KVS bei 157,8 Prozent. Fünf Ärzte treffen auf rund 130.000 Einwohner. "Ab 110 Prozent sprechen wir von Überversorgung", erklärt Pressesprecherin Katharina Bachmann-Bux. Auch die Planungsbereiche Döbeln (133,8 Prozent) und Mittweida (129,9 Prozent) gelten demzufolge als überversorgt. Die Ärztequote pro Einwohner wird laut Bachmann-Bux bundesweit festgelegt und regional den demografischen Besonderheiten angepasst. (mit mbe)

In dringenden Fällen können sich Patienten an die Urologische Praxis der Poliklinik am Zeisigwald, Zeisigwaldstraße 101 in Chemnitz, wenden. Sie ist montags, 12 bis 13 sowie dienstags bis freitags, 8 bis 9Uhr zu erreichen unter Ruf:

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