Rund 1000 Anlagen im Landkreis veraltet

Kleinklärwerke: Landratsamt erhebt in 41 Fällen Zwangsgeld

Flöha/Hainichen.

Geht es nach dem sächsischen Wassergesetz, so hätten bis Ende 2015 alle Kleinkläranlagen im Freistaat auf Vollbiologie umgestellt werden müssen. Doch von dieser Forderung ist Mittelsachsen ein ganzes Stück entfernt. Laut Landratsamt entsprechen rund 1000 dieser kleinen Klärwerke noch immer nicht dem neusten Stand der Technik. Das hat für deren Eigentümer Konsequenzen.

Laut Behördensprecher André Kaiser hatte Mittelsachsen im Vergleich zum Freistaat den größten Handlungsbedarf. Denn der Landkreis war bei den Anschlüssen an die öffentliche Kanalisation Schlusslicht. 2010 waren gerade mal 77,7 Prozent aller Haushalte am öffentlichen Entsorgungsnetz. Sachsenweit waren es 90,6 Prozent. Doch in den Folgejahren habe sich die Anzahl der Kleinkläranlagen mit veralteter Technik reduziert. Gab es 2011 noch 15.933 solcher Anlagen im Kreis, so waren es Anfang 2016 - zu jener Zeit, als laut Wassergesetz eigentlich alle Kleinkläranlagen umgestellt sein sollten -, immer noch 3741 veraltete Klärwerke. Die Behörde sei gefordert gewesen, geltendes Recht durchzusetzen. Wie Kaiser informiert, seien von 2016 bis 2019 insgesamt 3741 Fragebögen zwecks Anhörung an Grundstückseigentümer verschickt worden. Die Behörde habe in 384Fällen die Sanierung angeordnet. In 41 Fällen sei ein Zwangsgeld festgesetzt, für 1882Kleinkläranlagen eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt worden.

Wie schwierig es ist, die gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen, weiß der in Hainichen ansässige Wasserzweckverband ZWA. 64 Prozent des Abwassers würden zentral in Kläranlagen gereinigt, der Rest auf Grundstücken in Kleinkläranlagen. Von denen sind aktuell 12.264 - 88 Prozent - auf neuestem Stand, informiert ZWA-Technikchef Ulrich Pötzsch. Rund 6000 Euro koste die Umrüstung einer Anlage im Schnitt. Seien die Hürden anfänglich sehr hoch gewesen, so freut sich Pötzsch, dass im Abwasserbereich die Bürokratie etwas abgebaut wurde und sich der Informationsfluss zwischen den Ämtern verbessert habe. Dennoch seien über 100 Verfahren anhängig, weil sich Grundstückseigentümer weigern, ihre Anlagen umzustellen oder ans öffentliche Netz anschließen zu lassen. (ule/grit)

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