Säbelzahntiger und Wollnashorn im Einkaufszentrum

Die Ausstellung "Giganten der Eiszeit" zeigt Nachbildungen ausgestorbener Tiere. Wie sie hergestellt werden? Alles beginnt mit einem Knochenfund.

Wer ab heute das Einkaufszentrum in Röhrsdorf durch den zentralen Eingang betritt, wird auf ungewöhnliche Art empfangen: Ein etwa vier Meter hohes Wollhaarmammut, dem ein Steinzeitjäger ans Fleisch will, steht in der Tür. Dahinter ragt ein Riesenbodenfaultier wie ein Baumstamm noch einmal zwei Meter weiter in die Höhe. Beide Tierarten gibt es schon lange nicht mehr. Das eine starb vor rund 4000, das andere vor 8000 Jahren aus, nachdem sie zuvor jahrtausendelang gemeinsam den Erdball bevölkert hatten - allerdings auf unterschiedlichen Kontinenten.

Insgesamt zeigt die Ausstellung mit dem Titel "Giganten der Eiszeit" 20 Nachbildungen prähistorischer und mittlerweile ausgestorbener Tiere, die an drei Standorten entlang der zentralen Einkaufspassage des Chemnitz-Centers betrachtet und von den Besuchern auch angefasst werden dürfen. Abgesehen von Faultier und Mammut sind unter anderem ein Riesenhirsch mit dem größten Geweih der Erdgeschichte (mehr als drei Meter lang), ein Wollnashorn sowie ein Säbelzahntiger zu sehen, der mit 2,40 Metern Körperlänge neben den anderen Giganten überraschend klein wirkt. Eingebettet sind alle Tiere in aus Holz, Styropor und anderen Kunststoffen gefertigte Landschaften. Diese sollen den ehemaligen Lebensraum der gezeigten Arten widerspiegeln, von denen die meisten in subarktischen oder gemäßigten Breiten lebten.

Verantwortlich für den Bau der Exponate ist das Unternehmen Wolter Design aus Rehberg-Loccum in der Nähe von Hannover. Benjamin Englich gehört zum fünfköpfigen Entwicklerteam. "Grundlage sind in der Regel Knochenfunde, die wir erst einmal vermessen. Daraus wird die grobe Körperform berechnet", sagt der Paläontologe, der beim Aufbau im Chemnitz-Center mithalf. Anschließend werde ein Bauplan erstellt, nach dem ein Designer ein Modell aus Styropor konstruiere.

Die eigentlichen Exponate in Originalgröße bestehen dann allerdings aus Glasfaserkunstharz, was sie robust auch bei schlechtem Wetter mache. "Die Zeit, die wir für ein Tier benötigen, reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Bei dem Mammut am Eingang waren es etwa zwei Monate", so Englich. Allerdings seien die Tiere nicht extra für die Schau im Chemnitz-Center produziert worden. Man habe um die 400 verschiedene Exemplare auf Lager, die man auf Anfrage verleihe, darunter nicht nur Urzeittiere, sondern auch Fabelwesen sowie diverse Dinosaurier.

Auch jene Dinosaurier, die im vergangenen Frühjahr im Chemnitz-Center ausgestellt waren, sind Leihgaben des Unternehmens gewesen. Laut Center-Manager Thomas Stoyke sei der Erfolg der damaligen Dino-Schau Grund dafür gewesen, nun die Eiszeit-Kolosse zu zeigen. "Die Führungen waren damals so gut wie ausgebucht. Außerdem war es unglaublich, wie viele Menschen mit den Dinos Selfies gemacht haben", so Stoyke. Die Ausstellungskosten für Eiszeit-Ausstellung beziffert er auf einen "guten fünfstelligen Betrag."

Die Ausstellung "Giganten der Eiszeit" ist von heute bis Samstag, 10. Juni, im Chemnitz- Center zu sehen. Täglich von 10 bis 11 Uhr gibt es kostenlose Führungen, zu denen sich Interessenten unter Telefon 03722 504610 anmelden können.

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