Schritt für Schritt zu schöneren Wanderwegen in der Region

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Viele Wanderrouten durchziehen die Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal. Die 352 wichtigsten, prägenden Kilometer wollen die 17 Anliegerkommunen auf einen einheitlichen Standard bringen. In Oederan sorgte das für eine Diskussion.

Oederan.

Bei einer Förderquote von 90 Prozent sagen die Kommunen nicht nein. Denn nur noch zehn Prozent Eigenanteil müssen die Städte und Gemeinden in der Region zahlen, damit sie ihre wichtigsten Wanderwege auf ein neues, höheres Qualitätslevel bringen können. Dabei geht es um eine einheitliche Kennzeichnung, Beschilderung und Möblierung. Im Falle von Oederan sind das gerade einmal 3512,99 Euro aus der Stadtkasse. Elf Kilometer des Kern-Wanderweges verlaufen durch Stadtgebiet.

"Wandern gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung", sagte Oederans Kulturverantwortliche Erika Wünsch bei der Vorstellung des Projektes im Stadtrat. "Aber für die einzelnen Kommunen wird es immer schwieriger, das vorhandene Wanderwegenetz so zu pflegen, dass es attraktiv und qualitativ hochwertig ist, damit die Besucher sich wohl fühlen und auch wieder kommen. Die Zusammenarbeit der Kommunen ist deshalb in meinen Augen sehr wichtig, um die Grundlage zu schaffen, das vorhandene Wanderwegenetz qualitativ auszubauen, auch im Hinblick auf den Konkurrenzkampf der Destinationen um die Gäste."

Um eine rechtliche Basis für das Gemeinschaftsvorhaben zu bekommen, unterzeichnen die 17 beteiligten Kommunen eine Rahmen- und Zweckvereinbarung. Die Beteiligten reichen von A wie Augustusburg (Eigenanteil 3575 Euro) über N wie Niederwiesa (1040 Euro) und O wie Oederan bis hin zu Z wie Zschopau 2286 Euro). Eine besondere Rolle spielt die Stadt Pockau-Lengefeld (8849 Euro Eigenanteil): Sie wurde zur federführenden Gemeinde erkoren. Durch die Vereinbarung wird sie ermächtigt, den Fördermittelantrag für alle am Projekt beteiligten Gemeinden zu stellen und das Fördermittelverfahren durchzuführen.

Pockau-Lengefeld kann auch mit den Eigentümern von Grund und Boden Verträge über Schilder und Ausstattung der Wege unterzeichnen. Vertragspartner ist dabei oft der Staatsbetrieb Sachsenforst des Freistaates. Nach außen wird die Stadt als alleiniger Ansprechpartner tätig, zum Beispiel bei Verhandlungen mit Behörden. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Das Regionalmanagement des Vereins zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal und die Wirtschaftsförderung Erzgebirge begleiten das Projekt. Die Gesamtkosten für Beschilderung, Sitzgelegenheiten, Schutzhütten, Informationstafeln und Aussichtstafeln in allen 17 Kommunen beträgt 481.970 Euro.

Damit Oederan im Boot sein kann, musste zunächst der Stadtrat darüber bestimmen, ob Bürgermeister Steffen Schneider (Freie Wähler) beauftragt wird, der Vereinbarung zuzustimmen. In der Debatte meldeten sich einige Stadträte zu Wort. "Achtet bloß darauf, dass die geplanten Schutzhütten eine ordentliche Bedachung erhalten", gab Hans-Jürgen Gerlach (Freie Wähler) zu bedenken. Sechs Personen finden in einem solchen Unterstand Unterschlupf. Die Dächer der Hütten werden mit besandeten Schweißbahnen eingedeckt. Als Preis je Schutzhütte wurden 2500 Euro genannt.

René Schneider (Freie Wähler) fragte nach dem Zeitpunkt der Realisierung (so schnell wie möglich). Und Bernd Klausnitzer (Freie Wähler) wollte wissen, ob mit der Zweckvereinbarung auch die Überwachung des Zustandes der Wanderwege verbunden sei. "Das machen die Kommunen alle gemeinsam", erklärte Bürgermeister Schneider.

AfD-Fraktionschef Gerold Schramm nannte das Projekt "eine schöne Sache", beklagte aber zugleich die aktuelle Beschaffenheit der Wege. "Die Waldwege sind in einem katastrophalen Zustand", sagte Schramm. Ursache seien die andauernden Holztransporte.

Erika Wünsch versicherte, dass die Wege im Oederaner Stadtwald in Ordnung seien. "Es ist aber auch unsere Sache als Gemeinde, darauf zu achten", sagte die Kulturverantwortliche der Stadt. Am Ende beschlossen die Oederaner Stadträte, dass ihr Bürgermeister die Zweckvereinbarung zum Kern-Wanderwegenetz unterzeichnen solle, verbunden mit der Hoffnung auf baldige Umsetzung.

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