Seit 60 Jahren bei der Truppe

Der 79-jährige Gerd Auerbach ist aus der Feuerwehr in Flöha nicht wegzudenken. Zur Jahreshauptversammlung zogen die Kameraden eine gute Bilanz.

Flöha.

Keine Frage: Für Gerd Auerbach war es selbstverständlich, am Montag an der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Flöha teilzunehmen. In der Feuerwache an der Turnerstraße wurde Bilanz des vergangenen Jahres gezogen.

Der 79-Jährige zählt zu den ganz erfahrenen Kameraden in der Truppe von Wehrleiter Matthias Richter. Denn der gelernte Fahrzeugschlosser trat mit 19 Jahren in die Wehr ein. Zum Feuerwehrfest 2019 wurde er mit dem "Ehrenkreuz für 60 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr" ausgezeichnet. "Ich habe damals mit Freunden den Entschluss gefasst, Feuerwehrmann zu werden. In den folgenden Jahrzehnten habe ich sehr viel erlebt und mitgemacht. Aber bereut habe ich es nie", sagt Auerbach.

Schnell erwarb er die Qualifikation als Maschinist für Großlöschfahrzeuge und durfte fast alle Autos aus dem Bestand bewegen. So steuerte er einst den S 4000 über die Straßen, saß hinter dem Lenkrad des W50 und startete später auch die Mercedes-Speziallaster.

Auch wenn er altersbedingt kürzer getreten ist, gehört er nach wie vor dem sogenannten Zweiten Zug der freiwilligen Feuerwehr an. Diese Mitglieder stehen bei der Brandbekämpfung zwar nicht in vorderster Reihe, kümmern sich jedoch zum Beispiel um sogenannte wichtige rückwärtige Sicherstellungen. Außerdem ist der Senior stets zur Stelle, wenn es um die Pflege des historischen Fuhrparks geht.

Wehrleiter Richter hat gemeinsam mit Gerd Auerbach unzählige Einsätze absolviert. "Gerd ist ein Paradebeispiel für gelebte Kameradschaft. Er besitzt einen sehr großen Erfahrungsschatz, den er gern an den Nachwuchs weitergibt", schätzt der Chef an ihm. Damit leistete Auerbach auch im vergangenen Jahr seinen Beitrag für die Wehr. In den abgelaufenen 12 Monaten rückten die Flöhaer Feuerwehrleute 126 -Mal aus und leisteten dabei fast 1600 Einsatzstunden.

Zum Vergleich: 2015 waren es noch 65 Alarmierungen. Im Stadtgebiet Flöha wurden die ehrenamtlichen Rettungskräfte zu zwölf Bränden gerufen. Dazu kamen überörtliche Einsätze, wie beim Brand einer Lagerhalle im Gewerbegebiet Oederan am 3. November.

Auch 70 Fälle von technischen Hilfeleistungen und 21 Fehlalarmierungen stehen in der Einsatzbilanz. "Dabei sind sicherlich die Momente ärgerlich, in denen Bürger den Notruf wählen, ohne sich zu überzeugen, ob es tatsächlich brennt", sagte der Wehrleiter. So sei im vorigen Jahr einmal sogar aufsteigender Morgennebel für Brandrauch gehalten worden.

Die Gesamtstärke der operativen Abteilung beläuft sich auf 72 Kameradinnen und Kameraden, 42davon rücken hauptsächlich aus. Auch wenn die Sorgen um die Altersstruktur - das Durchschnittsalter in der operativen Abteilung liegt bei 47Jahren - sowie um die Tageseinsatzbereitschaft etwas kleiner geworden sind, gibt es bei der Mitgliedergewinnung keinen Grund, sich zurückzulehnen. Immerhin wurden zur Jahreshauptversammlung drei neue Feuerwehrleute in den aktiven Dienst aufgenommen. "2020 wird ein richtungsweisendes Jahr werden", sagte Oberbürgermeister Volker Holuscha (Die Linke), der den Mitgliedern der Wehr für ihre Arbeit dankte.

Sowohl Matthias Richter, als auch Peter Richter, der seit mehr als 50 Jahren Mitglied ist und seit fast 30 Jahren an der Spitze des Feuerwehrvereins steht, haben noch einmal sehr deutlich gemacht, dass sie zur nächsten turnusmäßigen Wahl im Januar 2021 nicht noch einmal kandidieren werden. Nun müsse man die Zeit intensiv nutzen, um geeignete und insbesondere im Falle des Wehrleiters auch qualifizierte Kandidaten zu finden. Erste Gespräche dazu hätten bereits stattgefunden.


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