Sommer greift nach dem Herbst

Die warme Jahreszeit geht noch einmal in die Verlängerung. Vielen Mittelsachsen ist das gerade recht.

Flöha.

Sonne satt, da kühlt Eis die erwärmten Gaumen der Leckermäuler. "Die jetzige Woche Sommerwetter toppt eine ohnehin eine sehr erfolgreiche Saison", ist Heiko Hunger vom Eis-Café in Niederwiesa auf neuerliche Hitze vorbereitet. Sein selbst hergestelltes Soft- und Früchteeis steht hoch im Kurs. "Es ist für mich das beste wirtschaftliche Ergebnis seit zehn Jahren", so der Eisfachmann. Ein Supersommer, und dennoch differenziert Heiko Hunger: "Hitze bedeutet nicht unbedingt permanent große Nachfrage, gerade an den heißesten Tagen bleiben ältere Kunden weg. In den Sommerferien fehlen die Schüler oder sie bevorzugen den Ausflug ins Bad."

Starker Umsatz habe diesmal schon früh in der Saison eingesetzt und angehalten. "Für April, Mai und Juni gelten Spitzenergebnisse, die Wettermacher haben gleich richtig losgelegt, und die Leute waren eishungrig." Das seit 60 Jahren existierende Geschäft lebt vor allem von den jungen Leuten. "Wir liegen an der Straße von Kita, Hort und Schule. Und die Mädchen und Jungen bringen auch Eltern oder Großeltern mit", so Heiko Hunger.

Noch einmal werden in dieser Woche Temperaturen wie im Hochsommer erwartet, doch seit Montag präpariert Frank Hanisch das Naturbad Falkenau für den Winterschlaf. "Zum 15. September hatten wir unser geplantes Saisonfinale erreicht. So war der Wirtschaftsbetrieb samt Versicherungen bis dahin eingerichtet", sagt der Schwimmmeister. Die nur noch vereinzelte Nachfrage von Badegästen würde einen wirtschaftlichen Betrieb in diesen Spätsommertagen nicht mehr zulassen.

Hanisch weiß wie seine Kollegen in den drei anderen Freibädern das Jahr 2018 sehr zu schätzen. "Wir haben ein ehrgeiziges Ziel geknackt: Mehr als 15.000 Gäste zu begrüßen, das ist rekordverdächtig." Hinsichtlich der Temperaturen seien indes Topwerte nicht gebrochen worden: "Mit 25,9Grad Celsius Wassertemperatur haben wir den zweithöchsten Wert der zurückliegenden Jahre zu verzeichnen. Und das bei einem natürlichen Bachzulauf, ein Quell, der auch während der Dauerhitzetage nie versiegte." Mit 26,5 Grad habe man vor zwei Jahren den Höchstwert erreicht. "Auch der Tagesbesucherrekord von 1480 Gästen blieb unangetastet." Während mit fast 90-jährigen Senioren die ältesten Gäste begrüßt worden sind, zählte die Enkelin von Frank Hanisch mit sechs Monaten zu den jüngsten. Jetzt würden allenfalls noch Winterschwimmer eintauchen.

Der Sommer 2018 sorgt auch bei Kathrin Stöckel für Frohlocken: "So könnte es gern weitergehen. Doch gerade in diesen Spätsommertagen rüsten wir auf die Herbst- und Wintermode um, die Kunden werden bald nachfragen", so die Besitzerin der Modeboutique in Marbach. Und die hat einen Trumpf für die Jahreszeit ausgemacht: "Das anhaltende Sommerwetter sorgte für gute Laune - bei Kunden und auch uns Verkäufern. Die fördert das Geschäft."

Schwitzen bei Hitzegraden?! Klar doch. Und dies nicht nur durch rekordverdächtige Temperaturen. "Wir haben unser Trainingsprogramm auch an den heißesten Tagen voll durchgezogen, auch wenn es wesentlich unangenehmer ist und man den inneren Schweinehund überwinden muss", sagt Roland Stapf, Betreiber der ersten sächsischen Tischtennisschule in Erdmannsdorf. "An solchen Tagen wird auch unser Indoor-Sport eine Herausforderung. Wir hatten im Trainingssaal Spitzentemperaturen von 28 Grad." Er habe das Übungsprogramm angepasst, Trinkpausen für die Spieler eingerichtet. "Zudem haben wir schon sehr früh erste Übungen anberaumt, zudem am späten Nachmittag die folgenden Einheiten fortgeführt. Über die Mittagszeit war Ausruhen angesagt." Das jetzige Späthoch spiele keine Rolle für den Trainings- und Wettkampfbetrieb.

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