Stifte, Spielzeug, Schokolade: Was steckt in der Zuckertüte?

Von den Abc-Schützen sehnlichst erwartet, birgt das Einschulungsgeschenk manche Überraschung. Doch viel wichtiger ist, was oben herausschaut.

Flöha/Rochlitz.

Herausgeputzte Kinder mit neuen Ranzen, aufgeregte Eltern und neugierige Lehrer - am heutigen Samstag wird sachsenweit der Schulanfang gefeiert. Und was nicht fehlen darf, ist die Zuckertüte. Doch was steckt eigentlich in den Zuckertüten? Und wie viel Geld geben Eltern für die Geschenke zum Schulstart aus? Die "Freie Presse" hat in eine Schultüte hinein geschaut.

Sandy Löbel breitet den Inhalt einer Zuckertüte auf dem Tisch ihres Kinderfachgeschäftes "Malu" an der Rochlitzer Burgstraße aus. Wer sie bekommt, verrät sie nicht. "Das soll ja eine Überraschung sein", so die Geschäftsführerin. Seit 13 Jahren verpackt sie das Geschenk zum Schulbeginn auf Bestellung von Eltern. Etwa 30 Tüten sind es in diesem Jahr. Am wichtigsten sei das, was auf die Tüten obendrauf kommt, sagt sie. "Fast jeder erinnert sich daran, was die eigene Zuckertüte zierte."


Fußbälle und Spielzeugautos für Jungs: Der Renner für Jungs sind nach wie vor Fußballartikel, aber auch Spielzeugautos. "Alles rund um den Lieblingsverein von Trikot bis Fußball oder auch ganz allgemeine Artikel zum Thema Fußballsport." In Dörfern sei auch der Spielzeugtraktor sehr beliebt. "Das ist mitunter die größte Schwierigkeit - Geschenke mit einem gewissen Eigengewicht auf die Zuckertüte zu packen. Wenn der Schwerpunkt zu weit oben liegt, kippt die ganze Tüte um", erklärt Sandy Löbel.

Plüschpferde bei Mädchen beliebt: Ein Reiterhelm oben auf der Tüte oder Plüschtiere in Form von Pferden, Hasen und Mäusen laufen laut Löbel bei den Schulanfängerinnen besonders gut. Neben Malutensilien füllen auch Tanzschuhe und Kleider die Tüten, die meist nach einem ganz bestimmten Thema zusammengestellt werden. "Auf einer hatten wir rund um das Thema Pferd auch mal ein Blumenarrangement mit Stroh. Das war schon sehr aufwendig."

Weniger Naschzeug: Süßigkeiten in den Schultüten werden weniger. Da Schokolade in der Hitze schmilzt, packt die Geschäftsführerin gar keine mehr in die Geschenke. "Aber auch die Eltern wollen immer weniger Zuckersachen", sagt sie. Die Klassiker seien stattdessen Russisch Brot und Popcorn. "Auch Buchstaben-Nudeln werden gern verschenkt. In diesem Jahr habe ich sogar Traktor-Nudeln eingepackt."

Statt Naschwerk fänden sich immer häufiger nützliche Dinge für den neuen Lebensabschnitt in der Tüte. Wecker werden gern verschenkt, ebenso wie Namensetiketten, Hausaufgabenhefte, Trinkflaschen und Brotdosen.

Individuell statt Massenware: Die Wünsche werden laut der Einzelhändlerin immer konkreter. Früher habe lediglich "Traktor" auf der Wunschliste gestanden, heute wünschen sich Kinder beispielsweise Spielzeuge von ganz bestimmten Herstellern in bestimmten Farben.

Auch die Zuckertüten selbst werden sehr aufwendig hergestellt. Ein gutes Drittel aller Bestellungen in diesem Jahr sind Einzel-Anfertigungen. "Wir arbeiten eng mit einer Schneiderin in Lunzenau zusammen, die die Zuckertüten nach den Wünschen der Eltern näht. Da sind meist Name und Vorlieben des Kindes abgebildet", sagt Sandy Löbel. Die Stoffe lassen sich zu Kissen umnähen, so haben die Kinder eine Erinnerung an ihre Einschulung. "Die speziellen Zuckertüten kosten um die 100 Euro - je nach Aufwand." Die bei ihr bestellten Tüten beginnen bei 50 Euro. Was die teuerste Zuckertüte gekostet hat, möchte sie nicht verraten, aber man könne dafür schon einiges ausgeben.

Laut einer bundesweiten Umfrage der Online-Datenbank Statista haben im Jahr 2017 die meisten Eltern zwischen 21 und 40 Euro für die Zuckertüte ausgegeben. 29 Prozent bastelten die Zuckertüte sogar selbst.


Die Schulanfänger in Mittelsachsen im Überblick

2479 Erstklässer starten im Landkreis laut Landesschulamt in das neue Schuljahr. Im vergangenen Jahr wurden 2460 Kinder eingeschult.

In Flöha und Hainichen werden die meisten Klassen an einer Schule gebildet. An der Flöhaer Friedrich-Schiller-Grundschule starten 87 Schüler in vier ersten Klassen in das neue Jahr, in Hainichen verteilen sich 79 Kinder auf vier Klassen.

Freiberg verzeichnet die meisten Schulanfänger im Landkreis. An sieben Grundschulen werden jetzt 303 Erstklässler unterrichtet.

In Neuhausen entsteht die kleinste Klasse im Landkreis: Dort lernen ab Montag zwölf Kinder gemeinsam.

In der Grundschule Augustusburg beginnen 44 Schüler in zwei ersten Klassen, in Leubsdorf sind es 34 Schulanfänger in ebenfalls zwei Klassen, in Niederwiesa 33 Schüler in zwei Klassen. Die Oederaner Grundschule kann mit 59 Schülern drei Klassen bilden. In Eppendorf gibt es dieses Jahr zwei eher kleine Klassen mit je 16 Schulanfängern. (cbo/mbe/kala)

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