Straßenbau nicht vor 2019

Was dem einen sein Flughafen ist dem anderen seine Kreisstraße. Nichts tut sich an der K 7702. Und so schnell wird sich daran auch nichts ändern.

Gahlenz.

Ab September 2017 und bis Mai 2018 sollte die Kreisstraße zwischen Hammerleubsdorf und dem Oederaner Ortsteil Gahlenz für 1,8 Millionen Euro grundhaft saniert werden. Bis heute wird aber nicht gebaut. Siegfried Gemser hat die Berichte über eine der teuersten Straßenvorhaben in Mittelsachsen verfolgt. "Am 27. Oktober 2017 nahmen die Gahlenzer zur Kenntnis, dass das Straßenbauvorhaben auf 2018 verschoben wird", sagt der Anwohner. Claudia Richter, Fachbereichsleiterin in der Abteilung Straßen im Landratsamt, hatte die Änderung des Zeitplanes mit "Baurechtsverhandlungen" begründet. "Wir wollen dem Naturschutz gerecht werden und nichts überstürzen."

Hintergrund: Für die Sanierung der Straße in einem unter Naturschutz stehenden Waldgebiet soll die Fahrbahn verbreitert und dabei möglichst wenig abgeholzt werden. Es müsse abgewogen werden, was naturschutzrechtlich nötig und was verkehrsrechtlich vertretbar sei. Daran hatte sich auch im Februar dieses Jahres nichts geändert: Man befinde sich noch in der Genehmigungsplanung, hieß es vom Landratsamt. Im Juli 2017 hatte sich auch Naturschützer Tobias Mehnert in die Debatte eingeschaltet. Er gehe davon aus, dass "dort nur die Straße besser gemacht" werden solle. "Wird aber mehr geplant und in die Natur eingegriffen, werden wir aktiv", kündigte der 1. Vorsitzende des Naturschutzverbandes Sachsen an.

"2018 geht zu Ende. Wann beginnt denn nun der für 2018 geplante Straßenbau?", möchte Siegfried Gemser wissen. "Wir befinden uns immer noch in der Genehmigungsplanung, teilte Cornelia Kluge, Pressereferentin im Landratsamt Mittelsachsen jetzt auf Anfrage mit. "Bei der Planung müssen sehr viele Faktoren berücksichtigt werden." So sei es sehr schwierig, die neue Trasse zwischen anstehenden Felshängen und dem zu schützenden Bachlauf auf eine angemessene Fahrbahnbreite zu verbreitern. Außerdem bewege sich die Straße entlang von Biotopen und an einem Fauna-Flora-Habitat--Schutzgebiet. "Der Landkreis plant, Anfang nächsten Jahres ins Baurechtsverfahren einzusteigen", so Cornelia Kluge weiter. "Die angesetzten Kosten von 1,8 Millionen Euro entsprechen immer noch der aktuellen Schätzung."

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