Streit über Rasenmahd am Sattelgut

Im Sommer wird der Rasen gemäht. So weit, so gut. Doch das bringt auch Konflikte mit sich - besonders zum Turnus.

Flöha.

Beim Thema Rasenmahd scheiden sich die Geister. Die einen bestehen auf raspelkurze Rasenflächen, andere wünschen sich Blühwiesen - so auch eine Mieterin der Wohnungsgenossenschaft Flöha, die in der Sattelgut-Siedlung wohnt. "Ich verstehe nicht, warum der Rasen so oft gemäht werden muss. Warum gibt es keine Blühwiesen? Das wäre doch ein guter Schritt in Richtung Umweltschutz. Gerade jetzt, wo das Thema so wichtig ist", sagt die Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.

Um ein Umdenken in der Siedlung anzuregen, hat die Mieterin Kontakt mit dem Chef der Wohnungsgenossenschaft, Daniel Kästner, aufgenommen. Prinzipiell teilt er ihre Meinung, allerdings sagt er auch, dass andere Mieter diese Meinung nicht teilen und ein Kompromiss gefunden werden muss. "Bei der Stadt Flöha geht es doch auch. Auf deren Rasenflächen wird kaum mehr gemäht. Warum nicht auch hier?", sagt die Mieterin. Dort sei der Rasen auch nicht verbrannt. Die Aufregung der Mieterin kann Kästner verstehen, aber er teilt sie nicht in allen Punkten. "Die Blühwiesen müssten extra angelegt werden. Wenn wir nicht mähen, wächst neben Gras nur Unkraut", sagt er.


Auch die Idee, nur die Wäscheplätze zu mähen, also nur bestimmte Flächen, wie die Stadt es macht, ließe sich nicht so schnell umsetzen, wie die Mieterin sich das wünscht. "Die Situation bei der Stadt ist eine andere. Dort muss keiner die Rasenflächen betreten. Durch das Betreten der Wäscheplätze kann man schlecht nur den Randstreifen mähen", erklärt Kästner. Für die Rasenmahd auf den Grundstücken der Wohnungsgenossenschaft im Sattelgut ist eine externe Hausmeisterfirma zuständig. Vertraglich ist festgelegt, dass die Grünflächen jährlich sechs bis acht Mal gemäht werden sollen. Wie Kästner aber betont, sei die Firma dem Thema Blühwiese offen gegenüber, wenn der Vertrag angepasst werden würde.

Auch die Wohnungsverwaltungs- und -baugesellschaft Flöha besitzt Grundstücke und Häuser am Sattelgut. Man wisse von dem Konflikt, "kann es aber nie allen rechtmachen", sagt Geschäftsführer Frank Böttcher. Auf den Grundstücken der Gesellschaft wird im Jahr etwa fünf Mal gemäht. Trotzdem ist die Häufigkeit der Rasenmahd auch eine Ermessensentscheidung der Hausmeisterfirma. Bei starker Trockenheit werde daher seltener Gras gehauen. Aber auch Böttcher sieht Probleme bei den Blühwiesen: "Wenn man nicht regelmäßig mäht, kommt es zu Wildwuchs, und das verschlechtert das Gesamtbild. Die Wohngebiete leben ja davon, dass alles immer ordentlich aussieht."

Andere Mieter der Wohnungsgenossenschaft sehen das ähnlich wie die Mieterin, aber zusammengeschlossen und gemeinsamen Protest geübt haben sie noch nicht. Es bleibt also abzuwarten, welche Einigung in diesem Konflikt gefunden wird.

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