Trockenheit stresst Weihnachtsbäume

In vier Wochen beginnt die Adventszeit. Bei vielen Familien kommt ein geschmückter Baum in die Wohnstube. Doch das Wetter hat den Tannen zugesetzt.

Reinsberg/Freiberg.

Sorgen um den Weihnachtsbaum: Ab etwa 2026 könnten echte Bäume für das Weihnachtsfest zum teuren Luxusgut werden. Schuld daran ist die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr. "In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, aber auch im Osten Deutschlands hat fast kein Weihnachtsbaum überlebt, der in diesem Jahr frisch gepflanzt wurde und nicht bewässert werden konnte", sagt Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger. Das werde in ein paar Jahren zu Engpässen führen.

Probleme bereitete die Witterung dem Staatsbetrieb Sachsenforst tatsächlich. Dass aber 2026 der echte Weihnachtsbaum aus den Wohnzimmern verschwunden sein wird, glaubt Revierförster Stefan Scholz vom Forstbezirk Chemnitz, Revier Mittweida, allerdings nicht. Der Staatsbetrieb Sachsenforst verfüge über Anbaugebiete wie etwa in der Fröhne bei Geringswalde, wo auf etwa 1,5 Hektar der Weihnachtsschmuck in verschiedenen Größen gedeiht. "Dass diese Pflanzen die kommenden acht Jahre nicht erleben, ist unwahrscheinlich. Dafür sind sie bereits zu robust", so Scholz. Gleichwohl müsse Sachsenforst die 750 Bäumchen, die in diesem Frühjahr gesetzt worden waren, zu 90Prozent abschreiben. "Die waren gut angewachsen, doch die Dürre gab den Pflanzen den Rest."

Mehr Glück hatte Falk Horn, Gärtnermeister in Geringswalde. Er sieht der Ernte von Weihnachtsbäumen auf dem Gelände der einstigen Industriebrache von "Stern Radio" in Geringswalde gelassen entgegen. Im Frühjahr 2017 gepflanzt, wäre es die erste, die Horn aus 2000 Setzlingen einbringt. "Wir pflanzen mit Wurzelballen, das macht die Bäumchen widerstandsfähiger gegenüber Extremeinflüssen wie denen vom zurückliegenden Sommer", erklärte er. "Außerdem liegt unsere Pflanzung an einem Nordhang, da knallt die Sonne nicht ganztägig."

Im Familienbetrieb Weihnachtsbaumkulturen Liebschner im Reinsdorfer Ortsteil Dittmannsdorf bei Freiberg sind laut Geschäftsführer Karsten Liebschner hingegen schon Ausfälle zu beklagen. "Und das bei den zwei- bis dreijährigen Bäumen, die normalerweise über den Berg sind und gut wachsen. Davon sind 20 bis 30 Prozent eingegangen", sagt Liebschner. Seit den 20 Jahren, in denen der Betrieb besteht, seien die Ausfälle noch nie so gravierend gewesen. Aber als kleine Firma könne man das eher ausgleichen als eine große. Zumal dieses Jahr aufgrund von Bauarbeiten ohnehin nicht sehr viele Bäume gepflanzt worden seien. "Ich weiß aber von Kollegen, die 100Prozent Ausfall verzeichnen müssen", sagt er. Auswirkungen werde die Dürre dieses Jahr schon haben, meint Liebschner. Aber, dass Weihnachtsbäume, die nach etwa sechs bis zehn Jahren je nach Sorte die richtige Größe erreicht haben, knapp werden könnten, glaubt er nicht. Preiserhöhungen habe er nicht geplant.

Im Erzgebirge gibt es dagegen kaum Probleme. Die Region ist, auf das Gebiet des Staatsforstes bezogen, in Sachen Weihnachtsbaumland eher unbedeutend. "Unser Marktanteil ist gering", sagt Christin Leuschner vom Forstbezirk Eibenstock. Im Schnitt würden pro Jahr nur 3000 bis 5000 Bäume neugepflanzt, die als Weihnachtsbaum dienen sollen. In diesem Jahr sei wegen der Trockenheit aber gänzlich auf Neupflanzungen verzichtet worden.

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