Vogeltal: Buggy-Fahrer rastet völlig aus

Ein Unbekannter hat auf der Motocross-Strecke des Motorsportclubs Flöha zwei Vereinsmitglieder tätlich angegriffen. Die beiden Männer mussten ins Krankenhaus.

Flöha.

Es sollte ein entspannter Abschluss werden. Nachdem an den vorangegangenen drei Wochenenden Fahrer aus Mittelsachsen, aus dem Erzgebirge und von weiter her auf dem Trainingsgelände des Motorsportclubs (MC) Flöha auf der von Vereinsmitgliedern angelegten Enduro-Strecke legal ihrem Hobby nachgegangen waren, herrschte auch zum Saison-Halali am vergangenen Samstag Hochbetrieb im Vogeltal. Doch am gestrigen Mittwoch bestätigte die Polizei, dass sie wegen einer Anzeige ermittelt.

"Es lief alles super. Rund 80 Fahrer waren da. Bei dem schönen Wetter hatten viele auch ihre Familien mit", sagt ein Vorstandsmitglied des Vereins, der an diesem Tag zum Streckendienst eingeteilt war. "Alle hatten Spaß, es war eine völlig entspannte Stimmung.".

Doch gegen 15 Uhr änderte sich die Szenerie. Über den offiziellen Zufahrtsweg sei plötzlich ein Buggy-Fahrer aufs Vereinsgelände gebrettert. Vorbei an der Motocross-Strecke für Kinder, auf der zu diesem Zeitpunkt vier Mädchen und Jungen ihre Runden drehten, und mit hoher Geschwindigkeit durchs voll besetzte Fahrerlager auf einer Wiese oberhalb der Trainingsstrecke. Beim Umkurven der Transporter und Hänger pflügte der Fahrer mit den Stollenreifen seines vierrädrigen Geländemobils die Wiese regelrecht auf.

"Ein Wunder, dass nichts passiert ist", so das MC-Vorstandsmitglied. Als er den Fahrer darauf hinweisen wollte, dass es nicht nur in der Streckenordnung steht, sondern gang und gäbe ist, dass im Fahrerlager nur Schrittgeschwindigkeit gefahren wird, sei dieser sofort ausfällig geworden. "Was hast du denn zu melden? Verpiss dich!", habe der Mann geantwortet. Da der Unbekannte, dessen Fahrzeug keine Straßenzulassung hatte, der mehrfachen Aufforderung des Streckenverantwortlichen, das Vereinsgelände zu verlassen, nicht nachkam, wollte der die Polizei informieren.

Dann sei die Situation eskaliert. "Der Buggy-Fahrer rastete völlig aus, schlug mehrmals auf mich ein und riss mich zu Boden", berichtet das MC-Mitglied. Als ein zu Hilfe kommender Motorsportler den Angreifer von seinem Opfer trennte, schien sich die Lage zu entspannen. "Doch plötzlich schlug der Buggy-Fahrer auch meinem Helfer unvermittelt mit der Faust ins Gesicht und mehrmals auf den Kopf." Dann sei der Unbekannte in sein Fahrzeug, an dem sich kein Kfz-Kennzeichen befand, gestiegen und davongefahren. Versuche, ihn daran zu hindern, misslangen. Als die Polizei im Vogeltal eintraf, war der Schläger nicht mehr vor Ort.

Das von dem Motorsportler geschilderte Geschehen ist am gestrigen Mittwoch auch von der Polizei bestätigt worden. Es liege eine Anzeige wegen Körperverletzung vor, heißt es in der Antwort von Polizeihauptkommissarin Doreen Göhler von der Chemnitzer Pressestelle. Die Ermittlungen laufen.

Der zu Hilfe geeilte Motorradsportler wurde am Samstag vom alarmierten Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der Streckenverantwortliche wurde am Sonntag ebenfalls ambulant behandelt. "Ich habe noch immer starke Knieschmerzen und kann kaum laufen." Die Namen der beiden Männer sind der Redaktion bekannt. Sie wollen anonym bleiben.

"Unfassbar", kommentierte ein Motorsportfotograf aus Börnichen das Vorkommnis im Vogeltal. "Von der Sache haben wir unten an der Strecke gar nichts mitbekommen. Wir waren nur erstaunt, als bei Trainingsende plötzlich ein Krankenwagen und die Polizei da waren", so der Enduro-Fan. "Es ist eine Schande für unseren Sport, dass es zu solchen Geschehnissen gekommen ist."

Sachdienliche Hinweise in diesem Fall nehmen die Beamten im Polizeirevier Mittweida unter Telefon 03727 980-0 entgegen.

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