Vom nordischen Märchenstoff bis zum argentinischen Tango

Mit einer musikalischen Weltreise sind die Akkordeonisten der Musikschule ins neue Jahr gestartet - und mit neuem Namen.

Flöha.

"Akkordarbeit" begeisterte am Wochenende die Gäste in der Alten Baumwolle in Flöha. Wo einst Spul- und Ringspinnautomaten für einen feinen Faden sorgten, schwirrten am Sonnabend Notentöne durch den Saal. Sechs Musikanten webten im heutigen Stadttreff ein besonderes Melodiengespinst. Das erstmals unter dem neuen Projektnamen Aconbrio (von Akkordeon con brio, mit Schwung) auftretende Harmonikaorchester der Kreismusikschule Mittelsachsen hatte zum Neujahrskonzert eingeladen. Und machte seinem Ruf alle Ehre: als gutgelauntes Künstlersextett die Akkordeons mit Schwung und Energie zum Erklingen zu bringen.

Angeführt von Anika Cyrnik am Platz der Ersten Stimme, fügten Aline Cyrnik, Laetitia Pittschaft, Jonas Hübner, Felix Gromann und Christopher Albrecht ihre individuellen Stimmfarben zum Ganzen zusammen. "Hallelujah" mag mancher der Gäste angesichts des zupackenden Auftakts mit Georg Friedrich Händel gedacht haben.

Auf ging es zu einer musikalischen Weltreise. Klassiker wie die "Morgenstimmung" aus der legendären Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg zählten ebenso dazu wie Schostakowitschs Walzer Nr. 2. Südamerikanisches Flair stellte sich in winterlicher Raumatmosphäre mit dem Bolero Curt Krafts ein. Dabei bewiesen die Musikanten ihr Talent als Percussionisten und nutzten den Corpus ihrer Handzuginstrumente als Klangkörper - genauso in Erinnerung bleibend wie die Astor Piazzolla gewidmete Referenz von Hans Boll namens "Inmortal". Das Tangofeeling wurde in Variation mit dem Altmeister Johann Sebastian Bach geboten.

Wie einst die Spinner zeigten die Akteure filigrane Fingerarbeit auf engstem Raum. Als Gastmusikanten steuerten Liesbeth Kaiser und Adrian Cyrnik an Violine und Piano ihre Parts hinzu.

Unter Musikfreunden genießen die Mitglieder der Formation längst einen guten Ruf. Wiederholt heimsten die jungen Akkordeonisten Preise ein. Mit einem Blumenstrauß sagten die Programmmacher der impulsgebenden Musikpädagogin Traude Hepfner dafür Danke schön. Und verrieten am Rande, dass die persönliche Lebensplanung für das Jahr 2019 nicht allein musikalisch geprägt sein wird. Da stehen Abiturprüfungen ebenso bevor, wie der Start ins Wirtschaftsstudium, ein Referendariat sowie der Masterabschluss gemeistert werden sollen.

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