Von Grundschule bis Webseite: Müllers Plan für 2021

Auf ein Neues: In Großhartmannsdorf sind Projekte coronabedingt in Verzug geraten - Der neue Bürgermeister wünscht sich mehr Übersicht bei Förderprogrammen

Großhartmannsdorf.

Seit gut zwei Wochen im Amt, wird Dirk Müller (47) am heutigen Montagabend offiziell als Bürgermeister von Großhartmannsdorf vereidigt und verpflichtet. Was er 2021 vor der Brust hat, darüber sprach Cornelia Schönberg mit ihm.

Freie Presse: Haben Sie sich Ihren neuen Arbeitsplatz schon eingerichtet?

Dirk Müller: So gut es geht, ja.

Mussten Sie schon Entscheidungen als Bürgermeister treffen?

Schwerwiegende Entscheidungen noch nicht, eher kleinere Sachen. Jetzt steht die erste Gemeinderatssitzung 2021 an.

... mit einer ziemlich umfangreichen Tagesordnung.

Die letzte Sitzung ist fast zwei Monate her; da kommt viel zusammen. Wir werden auch erstmal weiter im Mayoratsgut tagen. Das ist der größte Raum.

Haben Sie denn eine Alternative?

Ich könnte mich nur mit den Gemeinderäten treffen und für die Bürger eine Live-Übertragung einrichten. Das kriegen wir aber so schnell jetzt nicht hin. Die Bürger können ihre Fragen aber jederzeit an uns richten; sie sind da nicht zwingend auf die Ratssitzung angewiesen. Viele machen das schon.

Welche Projekte sind im Coronajahr 2020 in Verzug geraten?

Der weitere Umbau der Grundschule hat sich durch Corona leicht verzögert, wird jetzt aber nach und nach umgesetzt. Es soll ein Computerraum gebaut werden, damit die Kinder ordentlichen Digitalunterricht bekommen. Auch Sicherheitsbeleuchtung, Elektrik und Heizung müssen erneuert werden. 2021 soll das Regenrückhaltebecken auf dem Bolzplatz unterhalb des Kindergartens in Großhartmannsdorf gebaut werden. Das ist notwendig, weil durch das Baugebiet oberhalb mehr Flächen versiegelt werden, dadurch mehr Wasser abfließt, der Dorfbach aber nicht alles fassen kann. Auch das Thema Turnhalle soll dieses Jahr geklärt und das Dorfgemeinschaftshaus Obersaida angegangen werden. Und zeitnah wird unsere antiquierte Webseite erneuert.

Wie sieht es im Straßenbau aus?

Auch da gab es Verzögerungen. Der Wiesenweg in Obersaida, eine Plattenstraße, soll grundhaft ausgebaut werden. Allerdings wissen wir immer noch nicht, ob wir Fördermittel bekommen oder nicht.

Wenn nicht?

Dann müssen wir schauen, ob wir mit anderen Mitteln bauen.

Welche Feste stehen 2021 an?

Wir hoffen, dass wir im Sommer 130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Saidenbach feiern können. Außerdem soll es ein Ortsteilfest geben. Wo, das steht noch nicht fest. 2020 hatten wir in Mittelsaida zum Glück noch das Wintergaudifest.

Welche Ideen gibt es für ein gelingendes Jahr 2021?

Alles steht und fällt mit den Rahmenbedingungen. Wir müssen erstmal zur Normalität zurückkommen. Wir haben keine Kulturveranstaltungen und Gewerbetreibende kämpfen um ihre Existenz. Viele rechnen damit, dass das große Erwachen erst noch kommt.

Wie begegnen Sie Mitbürgern, die sorgenvoll in die Zukunft blicken?

Wir können nur versuchen, ihnen in unserem begrenzten Rahmen Hilfe anzubieten. Wenn jemand nicht versorgt wird oder in Quarantäne muss und keine Möglichkeit hat, Lebensmittel zu bekommen, der kann sich natürlich bei uns melden. Da können wir was organisieren.

Was hat 2020 bei Ihnen persönlich den größten Eindruck hinterlassen?

Meine Wahl ins Bürgermeisteramt. Ich freue mich darauf, das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe - etwa die Transparenz erhöhen und die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat zu verbessern, damit wir wieder zwangloser miteinander werden und mehr über die Sache als über gesetzliche Grundlagen reden.

Was erwarten Sie von Landratsamt und Freistaat: Wie soll Ihre Arbeit unterstützt werden?

Land und Bund haben sich auf die Fahnen geschrieben, den ländlichen Raum zu fördern. Die Fördermöglichkeiten sind aber so kompliziert, intransparent und kleinteilig, und die Abrechnung umständlich. Ich wünsche mir mehr Vertrauen in die Gemeinden, die wissen, was sie tun und wie sie sinnvoll mit Geld umgehen. cor freiepresse.de/aufeinneues

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