Warum das Fußballspielen auf dem Golfplatz erlaubt wird

In Gahlenz soll demnächst eine Trendsportart Einzug halten. Allerdings wird nicht nach Regeln gespielt, die auf ähnlichen Anlagen angewandt werden.

Gahlenz.

Für so manchen Fußballspieler ist es ja schon schwer genug, ein genormtes Tor mit 7,32 Metern Breite und 2,44 Metern Höhe zu treffen. Wie kompliziert wird es dann erst, wenn das Ziel gerade einmal reichlich 50 Zentimeter Durchmesser hat? Testen können das alle Fußballer demnächst in Gahlenz, wo der Betreiberverein Footgolf anbieten will.

Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Wie beim Golf muss der Ball mit möglichst wenig Berührungen vom Startpunkt in ein Loch befördert werden. Neben Präzision ist bei mehr als 100 Meter langen Bahnen auch Schusskraft bei den Abschlägen gefragt - und damit sieht der geneigte Golfspieler schon seinen geliebten englischen Rasen in kleinen Batzen durch die Luft fliegen.


"Wir werden natürlich nicht auf den gleichen Bahnen wie die Golfspieler unterwegs sein", sagt René Schmitt. "Für das Footgolf wird der Platz auf der anderen Straßenseite präpariert." Schmitt ist Vorsitzender des Golfclubs Erzgebirge, der das Areal im Oederaner Ortsteil Gahlenz seit 2017 betreibt. Zuvor hatte der Verein Golf Sport Gahlenz das Handtuch geworfen, weil das Betreiben der Anlage nicht mehr rentabel war. Trotz großer Anstrengungen und der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus dem Ort steht Schmitt aber weiterhin vor dem Problem, dass sich besonders junge Menschen kaum für den Golfsport interessieren. "Durch das Footgolf erhoffe ich mir, dass wir auch dieses Publikum ansprechen. Es dürfen gern ganze Fußballmannschaften kommen, um sich hier auszuprobieren und Spaß zu haben. Und vielleicht testet sich der eine oder andere ja auch mal im Golfspielen aus", sagt René Schmitt.

Während auf dem Platz links der Oederaner Straße nur geübte Fußballer Footgolf spielen sollen, plant der Verein auf der anderen Seite, der mit dem richtigen Golfplatz also, auch einen Übungsparcours für Familien und Anfänger. Dafür soll die kaum genutzte Driving Range, in der Abschläge beim Golf geübt werden, weichen.


Fußballgolf ohne künstliche Hindernisse

Footgolf ist eine Wettbewerbsvariante des Fußballgolf. Letzteres wird mit künstlichen Hindernissen auf Wiesen und Feldern gespielt und auf zahlreichen Anlagen, etwa in Ottendorf-Okrilla, angeboten. Im Gegensatz zum Fußballgolf muss Footgolf auf einem Golfplatz gespielt werden. Es gibt keine künstlichen Hindernisse, der Ball darf nicht gelupft, er muss gespielt werden. Im August plant der Golfclub Erzgebirge ein Weltranglistenturnier in Gahlenz. (tre)

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