Warum der teuerste Bieter Favorit ist

Drei Angebote gibt es für den Abriss der zerstörten Fußgängerbrücke in Flöha. Die Stadt drückt bei der Vergabe aufs Tempo.

Flöha.

Die durch einen Brand zerstörte Fußgängerbrücke am Baumwollpark in Flöha soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Drei Angebote hat die Stadt für den Abriss angefordert, favorisiert wird das mit 58.000 Euro teuerste einer Kran-Firma aus Chemnitz. Die beiden anderen Angebote sind zwar mit 40.000 und 50.000 Euro günstiger; die beiden Unternehmen verweisen aber auf Risiken bei der Bergung und Entsorgung der Stahlbrücke und die daraus möglicherweise resultierenden Mehrkosten. Deshalb hat sich die Verwaltung für das teure Angebot entschieden, und der Technische Ausschuss des Stadtrates folgte diesem Vorschlag.

Der Plan für den Brückenabriss sei solide und detailliert kalkuliert sowie technisch berechnet. Das sagte der Leiter der Bauverwaltung, Andre Stefan, vorige Woche im Ausschuss. Die Firma aus Chemnitz plant die Bergung der beiden Brückenteile mit zwei Kränen, die an beiden Flussufern aufgestellt werden sollen. Dafür sind umfangreiche Vorbereitungsarbeiten nötig, auch eine Baustraße wird voraussichtlich verlegt werden müssen. Die beiden Teile der Stahlbrücke, die auf dem Mittelpfeiler zusammentreffen, sollen einzeln heruntergehoben werden. Das kleinere Teil aus Richtung Edeka-Ufer wiegt etwa 40 Tonnen, das größere aus Richtung Park-Ufer wiegt an die 70 Tonnen. Die Teile sollen nur leicht angehoben, auf zwei bereitstehende Betonstützen abgelegt und dann zerteilt und abtransportiert werden.


Unklar ist noch, welche Problemstoffe sich möglicherweise im Anstrich befinden oder im Gussasphalt. "Unser Ziel ist, dass der Abriss möglichst noch in diesem Jahr passiert", sagte Andre Stefan. Frost und Schnee könnten zu einem Einsturz der Brücke führen, heißt es. Andre Stefan sagte, dass immer wieder die Absperrung missachtet und versucht werde, die Brücke zu überqueren. "Das ist lebensgefährlich", warnte er.

Die Polizei versucht weiterhin, Einzelheiten zur Brandursache zu ermitteln. Fest steht, dass das Feuer am Nachmittag des 12. Oktober von einem der Kabelstränge ausging, die unter dem Brückenkörper verlegt waren. Welches Kabel Brandauslöser war, ist Gegenstand der Ermittlungen, heißt es aus der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz. Unterdessen wurden bereits die Schutzrohre für die Heizungsleitungen unter dem Fluss hindurch verlegt. Auch Stromkabel sowie die Telekom und Antennenkabel verlaufen künftig unter dem Fluss hindurch.

Ob es eine neue Fußgängerbrücke geben wird, steht noch nicht fest, sagte Oberbürgermeister Volker Holuscha. Zunächst müssen die Brückenpfeiler auf Beschädigungen geprüft werden. Dafür muss aber zunächst die alte Brücke weg. "Von heute auf morgen wird es keinen Neubau geben", so der OB. Das Genehmigungsverfahren sei aufwendig, der Stadtrat müsse zudem über die Finanzierung eines Neubaus beraten. CDU-Fraktionschef Kurt Lange will zunächst die Ermittlungen zur Brandursache abwarten. "Unsere Brücke war intakt", sagte er. Sobald feststeht, welches Kabel den Brand ausgelöst habe, müssten Schadenersatzansprüche geprüft werden, so der CDU-Stadtrat.

Dierk Schülke (SPD) brachte eine provisorische Brücke als Übergangslösung ins Gespräch. Das müsse letztlich der Stadtrat entscheiden, so Oberbürgermeister Holuscha. Ein Angebot liege bereits vor, sagte er. "Aber zuerst müssen wir nach dem Abriss der alten Brücke die Pfeiler und Widerlager prüfen."

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