Warum Falkenauer Geschichte erforschen

Zum vierten Mal gibt es Preisgelder für Vereine, die sich für das Gemeinwohl besonders engagieren. Dieses Mal geht es um Wissensvermittlung.

Falkenau.

Das Geschichtsinteresse wächst. Vorträge von Lothar Schreiter, dem Flöhaer Ortschronisten, und Peter Emmerlich, der sich nicht nur mit dem Wissen über Niederwiesas Vergangenheit einen Namen gemacht hat, sind ein Publikumsmagnet. In Falkenau ist das nicht anders. Dort beschäftigen sich die Mitglieder des Heimatvereins Falkenau nicht nur mit dem Hier und Heute, sondern haben sich bei der Erforschung Falkenauer Bergbaugeschichte einen Namen gemacht.

Seit Monaten arbeiten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Ortschronik, unterstützt von Freiwilligen aus dem Ort, an einem populärwissenschaftlichen Vortrag. Dieser soll die Besiedlungsgeschichte Falkenaus beschreiben - Schwerpunkt soll die Entstehung der Städte und Dörfer in der Flöhaer Region bilden.

Mit diesem aufwändigen Projekt haben sich die Falkenauer nun beim "Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal" um Fördermittel beworben. Der Verein mit Stammsitz in Gahlenz hat in diesem Frühjahr einen Ideenwettbewerb für Vereine ausgelobt. Die vierte Auflage steht 2020 unter dem Motto: "Unser Verein macht schlau" - Wissensvermittlung im ländlichen Raum".

Die ehrenamtliche Vereinstätigkeit habe einen hohen Stellenwert und eine wachsende Bedeutung für den Zusammenhalt der Gemeinschaft und das Zusammenleben aller Generationen, heißt es in der Ausschreibung zum Wettbewerb. Mit "Unser Verein macht schlau" wolle man eingetragene Vereine unterstützen, die mit ihrem Projekt aktiv zur Bildung und Wissensvermittlung im ländlichen Raum beitragen.

Regionalmanagerin Andrea Pötzscher: "Die Projektidee sollte sich auf eine Wissensvermittlung im Jahr 2020 beziehen. Aufgrund der derzeitigen Lage kann die Maßnahme auch 2021 umgesetzt werden." Themen zur Wissensvermittlung könnten beispielsweise sein: Heimat- und Traditionspflege, Umweltschutz, Gesundheit, Ernährung, lebenslanges Lernen. Möglich seien unter anderem interne oder externe Schulungen, Kurse, Vorträge, Weiterbildung, Workshops.

Für die Teilnahme am Wettbewerb steht ein Projektfragebogen mit weiteren Informationen auf der Homepage des Vereins zur Verfügung. Den haben die Falkenauer um Bärbel Schröder und Karl-Heinz Hahn beispielsweise bereits ausgefüllt. Sie beschreiben, dass Vereinsmitglied Gerd Paukert beispielsweise damit beschäftigt ist, die Ortsgeschichte nach 2003 fortzuschreiben.

Es geht den Falkenauern nicht nur um das bloße "Abschreiben" der Ortschroniken - also einer großen Fleißarbeit. Vereinsmitglied Dr. Hans Weiske ist außerdem dabei, eine größere Abhandlung zur Geschichte zu schreiben. Seine Arbeit soll Bestandteil des Projektes "Falkenau-Wiki" werden, in dem alle Quellen für die Zukunft bewahrt werden. Daraus entsteht der Vortrag, der im Herbst 2020 in der Falkenauer Kirche zu hören sein wird. Da es darin auch um Flöha, Oederan und Augustusburg gehen wird, können sich die Falkenauer gut vorstellen, dass eine Wiederholung in diesen Orten ein breites Publikum findet. Weil Hans Weiske ehrenamtlich arbeitet, wollen die Falkenauer sich vom erhofften Preisgeld für den Heimatverein einen Beamer anschaffen.

Teilnahmeberechtigt sind bei "Unser Verein macht schlau" eingetragene Vereine, die ihren Sitz in der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal haben. Einsendeschluss ist der 19. Juni. Eine Jury vergibt Preisgelder in Höhe zwischen 400 und 800 Euro pro Verein. Insgesamt stehen 14.000 Euro zur Verfügung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. www.floeha-zschopautal.de

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