Wie die Wehr die Bauzeit überbrückt

Ab Montag ist die Brücke der B 180 über die Flöha wegen Bauarbeiten lange Zeit gesperrt. Für Rettungsfahrzeuge bedeutet das: Im Ernstfall muss ein Umweg gefahren werden. Doch es gibt auch Notlösungen.

Flöha.

Autofahrer, die entlang der Bundesstraße 180 durch Flöha wollen, müssen sich ab Montag umstellen. Die sogenannte Kirchenbrücke, welche die Augustusburger Straße über die Flöha führt, wird komplett erneuert. Die Sperrung soll voraussichtlich bis Dezember 2020 andauern.

Da es seit einigen Jahren den ersten Teil der Flöhaer Umgehungsstraße gibt, wird der Umweg nicht allzu stressig: Sieben Minuten mehr Fahrzeit braucht der Autofahrer von einem Ufer der Flöha zum anderen, wenn er über die B 180 und B 173n fährt - das hat der Selbsttest ergeben. Während diese sieben Minuten für Autofahrer kein großes Problem darstellen sollten, zählt im Ernstfall jede Sekunde. Dabei stehen die Mitglieder der Feuerwehr und die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes vor einer Herausforderung. Denn die Rettungswache befindet sich nahe der Kirchenbrücke, nördlich des Flusses. Der Großteil der Stadt Flöha allerdings liegt hinter dem südlichen Ufer.

Gibt es etwa im Gewerbepark "Am Anger" einen Notfall, der nur wenige Meter jenseits der Brücke an der Augustusburger Straße liegt, hätten Feuerwehr oder Rettungsdienst aktuell 450 Meter zurückzulegen. Ohne die Brücke und über die Umgehungsstraße sind es 6,4 Kilometer. "Wir sind uns bewusst, dass die Wege ohne die Brücke länger werden, eine alternative Route gibt es aber nicht", sagt Flöhas Wehrleiter Matthias Richter. Zwar können die Rettungsfahrzeuge in den ersten Wochen der Sperrung noch mit Sondergenehmigung über die Brücke fahren, voraussichtlich ab Dezember wird die alte Brücke aber abgerissen - und damit ist der Weg auch für die Retter versperrt.

Wenige Meter flussaufwärts gibt es die Fußgängerbrücke. Wie Martin Mrosek, Leiter des Flöhaer Hauptamtes sagt, war auch der Rettungsweg über diese sehr schmale Brücke kurzzeitig eine Überlegung bei der Suche nach schnellen Lösungen. "Die haben wir aber genauso schnell wieder verworfen. Denn über diese Brücke führt die offizielle Umleitung für alle Fußgänger und Radfahrer. Es wäre viel zu gefährlich, dort noch Rettungsfahrzeuge drüber zu schicken."

Also bleibt nur der Umweg über die Umgehungsstraße. Doch der muss nicht immer genommen werden. Wie Mrosek sagt, gibt es eine Lösung für kleinere Notfälle. Im Rathaus der Stadt wird ein Raum ausgerüstet, in dem einige Uniformen der Feuerwehr hängen und in dem sich die Kameraden umziehen können. "Das gilt insbesondere für die jeweils zwei Mitarbeiter des Rathauses und des Bauhofes sowie einen weiteren Mann, der in der Nähe des Rathauses arbeitet. Sie alle sind Mitglieder der Feuerwehr", sagt Mrosek. "Wir werden während der Tagesbereitschaft einen Mannschaftstransportwagen mit einigen Gerätschaften ans Rathaus stellen. Mit dem können die ersten Feuerwehrleute zu Einsätzen ausrücken und Erste Hilfe leisten."

Dass auch weitere und größere Fahrzeuge im Stadtgebiet bereitgestellt werden, schließt Wehrleiter Matthias Richter aber aus. "Wir können bei Minusgraden kein Löschfahrzeug außerhalb der Wache postieren. Da friert das Wasser ein", sagt er. "Wenn es zu größeren Notfällen auf der anderen Flussseite kommt, sind wir während der Bauzeit eben länger unterwegs. Und wir werden dann auch Wehren aus benachbarten Orten zu Hilfe holen."

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