Wir machen Sie zur Mücke!

In unserer Region mit den vielen schönen Schlössern ist immer etwas los. So auch im August. Ein Blick zurück.

Der Wonnemonat August ist in diesem Jahr besonders heiß gestartet. Nein, keine Angst - es geht nicht schon wieder ums Dauerthema Wetter und Hitze und Sonne und Dürre und Wasserknappheit und so. Es geht um Musik. Um Rockmusik unter freiem Himmel. Die gab es im August beim Insect Lounge Festival auf der Waldbühne in Börnichen zu hören, wo es mitten in einer Zeit voller Hitze und Sonne und Dürre und Wasserknappheit und so noch heißer wurde. Denn es wurde gefeiert und dabei dennoch auf die Waldbrandstufe 17 geachtet. "Wer seine Kippe einfach so auf den Boden wirft, ist dumm", lautete die Ansage vom Moderator auf der Festivalbühne. Und da der Mensch ja mehr Angst vor offen zur Schau getragenem Intelligenzmangel als vor gesetzlich ausgesprochenen Verboten hat, funktionierte das. Die Musiker zündeten auf der Bühne zwar ein Feuerwerk nach dem anderen (bildlich gesprochen, liebe Bedenkenträger), dennoch passierte nichts.

Und so konnten auch die Waldbewohner in Ruhe vor sich hin grillen - oder wie heißt das, was Grillen den ganzen Tag machen? Sie wurden weder durch Waldbrände gestört noch durch zählende Menschen. Ja, es wäre nämlich fast passiert, dass im Rahmen des Konzertwochenendes der Bestand an Kriechendem und Summendem rund um die Waldbühne aufgelistet worden wäre. Weil: Mitarbeiter des Nabu, so nennt man den Naturschutzbund in kürzerer Form, haben im Internet gegoogelt. Wo auch sonst. Und was die Mitarbeiter des Nabu da fanden, war ein Festival, das im Namen trägt, was so wichtig ist: Insekten. Und da passte es doch wie der Stempel auf die Blüte, dass ausgerechnet Anfang August die deutschlandweite Aktion "Insektensommer" stattfand. Ziel des Ganzen war, dass die Bevölkerung hilft, einen Überblick über den aktuellen Bestand der Insekten zu gewinnen. Die für die Umwelt und auch den Menschen so wichtigen kleinen Lebewesen werden nämlich immer weniger.

Als die Nabu-Leute nun im Internet das zur Aktion passende Musikfestival fanden, wollten sie sofort mitmachen. Also zählen lassen. Und um dem Ganzen auch den passenden Rahmen zu geben, wollten sie selbst vorbeikommen und einen Infostand aufbauen. Dafür aber hatten sie zu wenig Personal. Also kam keiner, um Insekten zu zählen. Aus gut informierten Kreisen hat das dann aber einer der besten Bierstand-Kunden übernommen, die Liste hat er anschließend "Freie Presse" zugespielt. Gezählt wurden im Laufe des Konzertwochenendes: 27 größtenteils kesse Bienen, drei Jungs, die von ihren Frauen zur Mücke gemacht wurden, sieben Papp-Insekten der Gattung Deko, vier Schmetterlinge (Volleyball spielend auf dem Festval-Campingplatz), eine Fliege (am Hals des Moderators).

Für das kommende Jahr übrigens hat sich der Nabu bisher nicht angekündigt. Stattdessen sollen laut Informationen diverser überregionaler Medien wohl Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands - ja, hier legt man noch Wert auf Emanzipation, auch wenn man den Damen noch nicht den Vortritt lässt - in Flöha vorbeischauen wollen. Sie haben beim Googeln im Internet den Namen "Flusspiratentreffen" gefunden und wollen mal schauen, ob noch ein paar echte Exemplare über die Zschopau schippern. Zum Insect Lounge indes soll im kommenden Jahr, in dem das Festival 20 Jahre alt wird, ein echter Stargast kommen. Wir tippen ja auf Karel Gott. Der hat so ein Lied mit Insekten ...

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