3200 neue Studenten in Mittelsachsen

Kurze Wege, direkter Draht, ein softer Einstieg ins Studium: Freiberg und Mittweida punkten mit Nahbarkeit. Mit englischsprachigen Studiengängen spielen sie auch auf internationalem Parkett mit.

Mittweida/Freiberg.

2256 Frauen und Männer haben an der Hochschule Mittweida ihr Studium begonnen. An der TU Freiberg haben sich bislang 950 Personen neu eingeschrieben. Es gehen noch Anmeldungen ein. Helmut Hammer, Sprecher der Hochschule Mittweida, zeigt sich zufrieden: "Zwei Hochschulen unterschiedlichen Typs in einem Landkreis, der noch dazu ländlich geprägt ist, das ist in Deutschland sehr außergewöhnlich, vielleicht sogar einmalig", meint Helmut Hammer. Doch was macht die beiden Hochschulstandorte attraktiv?

Geschmeidiger Start: Die Hochschulen legen sich ins Zeug, damit die rund 3200 Erstsemester in Mittelsachsen geschmeidig ins Studium starten. In Freiberg gibt es zwei Orientierungswochen, Vorkurse in Physik, Chemie und Mathematik, eine Campus-Rallye, eine offizielle Begrüßung im Audimax, eine Kneipenrallye sowie eine Infobörse von Uni-Einrichtungen und studentischen Initiativen. Nicht zuletzt bündelt die Studienstart-App alle Infos für unterwegs.

Die Hochschule Mittweida setzt noch ein Stück eher an und bietet schon vor der Studienentscheidung einen Newsletter sowie Kontakt zu einem Prof im Wunschstudiengang. Mit Eingang der Online-Bewerbung beginnt ein "Kümmer-Prozess", so nennt es Helmut Hammer, in dem der Bewerber zum Beispiel an fehlende Unterlagen erinnert wird. Wie an der TU gibt es Vorkurse in Mathematik, Chemie, Physik und Englisch. Die "Erstsemestertage" bieten die Chance, Campus, Mitarbeiter und Professoren kennenzulernen. Der Studienrat organisiert zudem Fahrten nach Prag.

Damit scheint die Hochschule aufs richtige Pferd zu setzen: Mit derzeit insgesamt 6666 Studierenden zeigt sich Hammer sehr zufrieden. "Seit 2015 konstant hohes Niveau, auch gegen den Trend anderswo", sagt er. Die TU Freiberg zählt 2017/2018 insgesamt 4293 Studierende; eine aktuellere Zahl liegt der Pressestelle noch nicht vor. "Bis zum Bewerbungsschluss am 31. Oktober kann noch viel passieren", sagt Pressesprecherin Luisa Rischer. 2015/2016 studierten 4927 Personen in Freiberg. Rischer vermutet, dass die gesunkene Zahl an geburtenschwächeren Jahrgängen liegt und daran, dass sich Abiturienten nicht mehr unbedingt fürs Studium entscheiden. Für die TU Bergakademie sei das aber nicht schlecht: "Wir sind eine kleine Uni. 5000 Studierende, das war zwischenzeitlich sehr eng."

Spezielle Studiengänge: Die Bergakademie setzt auf drei neue englischsprachige Master-Studiengänge. "Wir sind beliebt bei ausländischen Studierenden", sagt Rischer, "und Englisch ist mittlerweile Hauptsprache in Industrie und Wirtschaft", begründet sie. Im neuen Bachelor-Studiengang "Internet der Energie" geht es um ein Gesamtsystem der Energieversorgung, in dem nachhaltige Energieproduktion, dezentrale Speicherung, bedarfsgerechter Transport und intelligenter Verbrauch optimiert werden, heißt es in der Studienbeschreibung.

Im Bereich Informatik und Datensicherheit wird in Mittweida der neue Master-Studiengang "Blockchain & Distributed Ledger Technologies (DLT)" angeboten. Die Studierenden lernen die informationstechnische Revolution aus nächster Nähe kennen. Dabei können sie ihr Wissen in Technik oder wirtschaftsnahe Richtungen vertiefen. Neu ist auch der Master-Studiengang "Medieninformatik und Interaktives Entertainment" als Fortsetzung des gleichnamigen Bachelorstudiengangs. Darin werden aktuelle Methoden der Künstlichen Intelligenz sowie Prinzipien des modernen Web für digitale Medien vermittelt.


Fast jeder vierte Student kommt aus dem Ausland

Mit englischsprachigen Studiengängen zieht sowohl die TU Freiberg als auch die Hochschule Mittweida ausländische Studierende an. An der Bergakademie kommt fast jeder Vierte (23,5 Prozent) aus dem Ausland. In Mittweida stammen 22,6 Prozent der Studenten nicht aus Deutschland.

In Mittweida ist der 2013 eingeführte Mathematik-Master "Applied Mathematics" besonders bei Ausländern beliebt. Im Schnitt schreiben sich 40 bis 50 Studenten dafür ein, "mit einem Ausländeranteil von durchgehend 100 Prozent", teilt Pressesprecher Helmut Hammer mit. Gefragt nach Wünschenan die Landespolitik, heißt es von der Bergakademie Freiberg: "Wir wünschen uns vor allem eine Atmosphäre der Weltoffenheit und Toleranz gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die internationale Wissenschaftler und Studierende motiviert, an sächsische Hochschulen zu kommen."

Von den rund 4300 Studierenden, die 2017/2018 an der Bergakademie immatrikuliert waren, sind 31,3 Prozent Frauen. Damit liege der Anteil weiblicher Studierender an der TU Freiberg über dem bundesweiten Durchschnitt für eine Universität mit MINT-Profil (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Die Hochschule Mittweida hat aktuell einen Frauenanteil von 65 Prozent, im vergangenen Jahr waren es 63 Prozent. (cor)

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