Ab heute ist Frankenberg von zwei Seiten abgeriegelt

Auf der Bundesstraße 169 gibt es nun noch eine Vollsperrung. Für Pendler, Anwohner und Firmen wird die Situation nicht so bald einfacher. Doch die Stadt sieht keine andere Möglichkeit.

Frankenberg.

Wer aus Richtung Hainichen über die B 169 nach Frankenberg kommt, blickt seit Wochen auf eine Baustelle, auf der sich wenig tut. Die gesperrte Bundesstraße lässt sich bis zur Ampelkreuzung, an der es Richtung Mittweida geht, aber über die Badstraße für Ortskundige recht einfach umfahren. Aus Richtung Chemnitz war bislang eine lange Wartezeit an der Baustellenampel an der Einmündung der Chemnitzer Straße auf der B 169 am Lidl-Markt einzuplanen. Seit heute gibt es dort bis 10. August eine weitere Vollsperrung, um den im Bau befindlichen Auenweg an die Bundesstraße anzubinden.

Dabei war zu Baubeginn im Februar noch von der Fertigstellung bis zum 8. Juli die Rede. Umfangreiche Leitungsum- und Neuverlegungen hätten laut Ralf-Peter Regner, Beigeordneter der Stadt Frankenberg, zu den Verzögerungen geführt. "Zusätzliche Arbeiten waren notwendig." Die Vollsperrung sei nicht zu vermeiden. Die Abstandsbreiten des Baufeldes zum vorbeifahrenden Verkehr müssten wegen Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten werden. "Da bis zur Hälfte der Fahrbahnbreite der B 169 asphaltiert wird, reicht das derzeitige Provisorium inklusive dem derzeit überfahrenen Gehwegnicht mehr aus, um den Verkehr vorbeifahren zu lassen", erklärt er weiter.

Auch eine Verschiebung des Baus bis zur Fertigstellung des anderen Teils der B 169 sei laut Regner nicht möglich. "Das Bauende ist für diesen Teil Ende Oktober geplant. Es ist unsicher, ob danach aufgrund der Witterung noch der Asphalt eingebaut werden kann", sagt er. Der Auenweg müsse aber fertig werden, um die Eröffnung der Landesgartenschau sicherstellen zu können.

Autos könnten für die Zeit der Sperrung an der Einmündung Auenweg die Pappelallee als Umleitung nutzen, für Lkw sei sie jedoch nicht geeignet, sagt Regner. Wenn die Vollsperrung aufgehoben ist, könnte auch wieder an der Einmündung Chemnitzer Straße einspurig mit Baustellenampel gefahren werden. Ende August soll die Ampel dort abgebaut werden.

50 Prozent Umsatzeinbußen beklagt Kai-Uwe Köhler, Pächter der Elan-Tankstelle an der Äußeren Chemnitzer Straße, seit auf der Bundesstraße ab der Badstraße gebaut werde. "Viele Einheimische kommen gar nicht erst, und die von außerhalb werden großräumig umgeleitet", sagt er. Verständnis für die Baumaßnahme habe er aufgrund des schlechten Straßenzustandes trotzdem. Von der zweiten Sperrung ab heute wusste er jedoch noch nichts: "Das ist aber ungünstig."

Die Firma Benseler zeigt trotz der zusätzlichen Sperrung Verständnis. "Die Stadt hat uns rechtzeitig informiert, sodass wir auch unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden bescheid geben konnten", erklärt Birgit Auerbach, kaufmännische Leiterin. "Wir hoffen, dass wir die Zeit gut überbrücken. Wenn man es zeitig genug weiß, findet sich immer eine Lösung", erklärt sie.

"Man muss sich arrangieren", erklärt Andreas Junghans, Chef der Firma Anlagenbau und Edelstahlbearbeitung. Seine Firma habe zwar nicht so viel Kundenverkehr. "Aber die großen Lkw aus Richtung Dresden müssen riesige Umwege fahren", kritisiert er. Und noch etwas ist ihm aufgefallen: "Man sieht kaum Arbeiter auf der Baustelle", erklärt er. "Es wird nichts fertig", beklagt er. Auch Andreas Schramm, Chef der Firma FMA, klagt: "Wir müssen durch die Stadt fahren, über die erst sanierte Badstraße, die unter erhöhtem Verkehrsaufkommen leidet." Auch er kann kaum Fortschritt auf diesem Abschnitt beobachten.

Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) läge das am Leitungsbau. "Derzeit werden im Auftrag des ZWA Hainichen eine neue Trinkwasserleitung und Teile des Abwasserkanales verlegt.Außerdem werden im Auftrag von Eins-Energie eine neue Gasleitung einschließlich Hausanschlüsse in die Erde gebracht", erklärte Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert.

Diese Arbeiten sollen noch bis Mitte August dauern. Erst danach könnten die Straßenbauarbeiten in diesem Abschnitt fortgesetzt werden.

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1Kommentare
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  • 6
    1
    1252548
    01.08.2018

    Es ist der übliche Ablauf, eine Bundesstraße wird für Monate gesperrt, ohne das auf der Baustelle gearbeitet wird. Anstatt die Straße nur für die notwendige Zeit zu sperren, wird der Verkehr an Schulen und Kindergärten monatelang vorbeigeleitet und die neu gebauten Straßen werden wieder zerstört. Weder die anliegenden Betriebe, noch die eigentlich für die Bevölkerung zuständigen Behörden im Rathaus oder im Kreis juckt dies im geringsten, da fährt eben der Lang-LKW durch die Innenstadt. Wir bauen auf und reisen nieder, so haben wir Arbeit immer wieder. Wem interessiert denn bei 40°C der Umweltschutz, Frankenberg ist nicht Hamburg, hier darf der Giftdiesel überall hinfahren.



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