Abfall: Kreis will Verband verlassen

Mittelsachsen kündigt Zusammenarbeit

Mittweida.

Der Landkreis Mittelsachsen will den Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC) verlassen, weil er steigende Kosten für die Müllentsorgung befürchtet. Das hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Hintergrund ist, dass sich die Restabfallbehandlungsanlage des Verbands am Weißen Weg in Chemnitz nicht mehr lohne. "Wir können unbehandelten Restabfall um etwa 15 Euro pro Tonne preisgünstiger entsorgen", sagte Jens Irmer, Geschäftsführer der EKM Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen.

Der Verband steht damit vor der Auflösung: Da auch der Erzgebirgskreis seine Mitgliedschaft beenden möchte, bliebe nur noch die Stadt Chemnitz übrig. Wie Vize-Landrat Lothar Beyer (CDU) sagte, soll der Schritt die "Handlungsfreiheit für die Periode nach 2025" sichern - bis dahin sei der Landkreis noch durch Entsorgungsverträge gebunden.

Beyer betonte zugleich, dass Mittelsachsen "einen Impuls setzen will, um eine gemeinsame Klärung herbeizuführen." Laut AWVC-Satzung ist für das Ausscheiden eines Mitglieds eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich. Die Stadt Chemnitz und der Kreis Mittelsachsen, der mit den Altkreisen Freiberg und Mittweida zum Verband gehört, haben je 40 Prozent der Stimmen. Der Erzgebirgskreis besitzt die übrigen 20 Prozent; er ist mit dem Altkreis Mittleres Erzgebirge im AWVC verankert. Laut EKM-Chef Irmer ist die Behandlungsanlage am Weißen Weg derzeit nur zu 66 Prozent ausgelastet. Der Wert dürfte 2025 auf 41 Prozent sinken, wenn die Verträge für Zwickau, das Erzgebirge und den Altkreis Döbeln ausgelaufen seien: "Da die Fixkosten konstant bleiben, wird die Behandlung pro Tonne teurer." Die Gebühren im AWVC stiegen bereits nächstes Jahr um 3 Euro pro Einwohner; einer Studie zufolge sei bis 2025 mit einem weiteren Aufschlag in dieser Höhe zu rechnen.

Demgegenüber hatte AWVC-Geschäftsführerin Sabine Weikert auf Nachfrage von "Freie Presse" erklärt, sie mache sich um die Auslastung der Anlage keine Sorgen: "Wir haben derzeit viele Anfragen auch von außerhalb." (jan)

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