Altes Buswartehäuschen muss weichen

Zuviel spricht gegen den Unterstand in Oberrossau. Unter anderem engt er den neuen Fußweg ein. Für Rollstuhlfahrer könnte das zum Problem werden.

Rossau.

Das alte Buswartehäuschen an der Haltestelle Schmiede in Oberrossau wird abgerissen. Bei einem Vororttermin diskutierten Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos), Gemeinderäte und Bürger. Fazit: Es gibt keine sinnvolle Alternative. Im Zuge der bereits begonnenen Sanierung von Straße und Fußweg sollen als Ersatz auf beiden Straßenseiten verglaste Unterstände zum Schutz der Fahrgäste vor Wind und Wetter errichtet werden.

Für die Gemeinderäte, den Ortschef und die Verwaltung ging es um eine Überprüfung der früheren Entscheidung. Vor wenigen Wochen war der Abriss vorläufig gestoppt worden. Bürger hatten protestiert und ein Anwohner hatte angeboten, gemeinsam mit seiner Ehefrau eine größere Summe Geld für die Instandsetzung des nach seinen Angaben 52 Jahre alten Häuschens zu spenden. Es sei von Einwohnern des Ortes in freiwilliger Arbeit erbaut worden und könne noch viele Jahre seinen Zweck erfüllen, hatte der 68-Jährige begründet. Sein Vater gehörte zu den Erbauern.


Vor Ort wurden vor allem die Probleme angesprochen, die sich aus dem Erhalt des Bauwerks ergeben könnten. Beispielsweise würde die massive Bauweise weiterhin Schmierfinken Sichtschutz bieten, sagte Gottwald (parteilos). In der Vergangenheit hätten unter anderem Hakenkreuzschmierereien entfernt werden müssen. Das Wartehäuschen würde überdies den neuen Fußweg einengen, ergänzte er.

Gemeinderäte und Bürgermeister äußerten zudem Bedenken, eine Entscheidung nachträglich aufzuheben, die im Parlament und von den Bürgern bereits gebilligt wurde. Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen würden sich darauf verlassen, dass sie den Gehweg künftig ohne Einschränkung nutzen können, so Gottwald. Die neuen Unterstände würden von den meisten als besser empfunden. Zustimmung komme auch aus dem Bauhof. Mitarbeiter, die für die Reinigung zuständig sind, hätten oft über Hinterlassenschaften und Müll geklagt. Nun hoffen sie, dass in den verglasten Unterständen weniger hinterlassen wird und sie leichter zu reinigen sind, sagte Gottwald.

Ein Anliegen der Bürger nehmen Räte und Bürgermeister aus der Vorortdiskussion dennoch mit: "Die Angst vor Unfällen in der Kurve ist berechtigt", so Gottwald. Die neuen Wartehäuschen würden zwar nicht die Sicht behindern, auf neuen Straßen werde jedoch oft schneller als zuvor gefahren. Deshalb soll ein generelles Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde auf diesem Abschnitt der Hauptstraße Thema sein, versicherte er.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...