Altes Kino: Zeichen stehen auf Abriss

Trotz Denkmalschutz will Brand-Erbisdorf marodes Gebäude nicht erhalten

Brand-Erbisdorf.

Es könnte ein toller Wohnstandort werden - jenes Areal mitten in der Stadt, auf dem heute noch das ehemalige Kino von Brand-Erbisdorf steht. Darüber sind sich die Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf und der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZFM) einig. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude gehört seit 2013 dem Freistaat und wird vom ZFM verwaltet.

Vor wenigen Tagen haben sich ZFM und Stadt an einen Tisch gesetzt, um zu beraten, wie es mit dem alten "Theater der Freundschaft" - so der Name des 1953 gebauten Hauses zu DDR-Zeiten - weitergeht. Der Freistaat will das Gebäude der Stadt übertragen, wie Dieter W. Ruf, der stellvertretende Geschäftsführer, erklärt. "Es gibt Signale und Interesse seitens der Stadt", fasst Ruf das Gespräch zusammen. Die Gedanken gehen auch bei der Stadtverwaltung in Richtung Abriss und Wohnbebauung, wie Dierk Schülke, verantwortlich für Bau und Immobilien in der Verwaltung, erklärt. Allerdings müsse dafür die Denkmalbehörde ins Boot geholt werden. Mit dem Landesamt für Denkmalschutz steht nun ein Termin an. "Wir wollen diesen städtebaulichen Missstand beseitigen, aber auch ausloten, was für die Stadt machbar ist", spricht Schülke die finanzielle Seite der Gespräche an. Die Stadt strebe eine vierstellige Summe bei einer eventuellen Übernahme des Gebäudes an, mehr sei nicht möglich.

ZFM will laut Dieter W. Ruf mit der Stadt im Gespräch bleiben. Möglicherweise gibt es beim nächsten Treffen bereits eine Aussage vonu Seiten der Denkmalschützer, hofft er.

Aus Sicht der ehemaligen Betreiber des Brander Kinos ist der jetzige Zustand des Gebäudes schmerzlich, wie Conny Sachse sagt. Sie ist die Tochter. "Wir wohnten 40 Jahre im Haus, unsere Familie hat dort gearbeitet", erinnert sie sich. Als ihr Vater 2012 verstarb, zog die Familie aus. In Insolvenz allerdings sei ihr Vater mit dem Gebäude nicht gegangen, stellt sie klar. "Er wollte es nach der Wende von der Treuhand kaufen, doch er bekam keinen Kredit", sagt sie. So sei zwischen Treuhand und ihm eine Vereinbarung geschlossen worden, das Kino weiter zu betreiben und sich ums Gebäude zu kümmern. Aus gesundheitlichen Gründen musste ihr Vater, so Conny Sachse, das Haus aber 1999 schließen. Nach seinem Tod schlug die Familie laut ZFM das Erbe aus, deshalb fiel es an den Freistaat.

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