Anwohner sauer: Die Schweine müssen weg

Frankenberg hat ein haariges Problem. Eine Rotte Wildtiere hat sich eingenistet und fühlt sich sauwohl. Nun will die Stadt ausmisten.

Frankenberg.

Tatort Wäscheplatz. Wo Anlieger im Frankenberger Westen bislang ihre Sachen zum Trocknen auf die Leine gehängt haben, stolpern sie nun über großflächig umgewühlten Boden. Auch Garagenplätze und Wiesen sind betroffen. "Die Wäscheplätze sind schwarz. Das ist nur noch eine Wüste", beschrieb Marc Hutschenreuter. Er ist Jäger und sitzt für die CDU im Hauptausschuss, der sich am Montagabend mit der Sauerei beschäftigte. Massiv sind die Beschwerden von Gartenpächtern, Anwohnern und Grundstücksbesitzern im Bereich Pestalozzistraße, Amalienstraße und Max-Kästner-Straße.

Vor diesem Hintergrund hatte die Untere Jagdbehörde die für je eine Stadthälfte zuständigen Jäger Marc Hutschenreuter und einen Kollegen sowie Vertreter von Stadtverwaltung, der Wohnungsgesellschaft (WGF) und der Bundeswehr zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen. Dabei stellten sie fest: "Die Wildschweine scheinen aus Richtung Lützeltal in die Stadt zu wandern und haben wenig Scheu". So steht es in der Informationsvorlage für den Ausschuss. Sogar ein Verkehrsunfall habe sich auf der Max-Kästner-Straße bereits ereignet.

Laut Stadtverwaltung lag bereits eine Schießerlaubnis von der Unteren Jagdbehörde für den Bereich vor. Der Vertreter der zuständigen Jagdgenossenschaft konnte aber "aus verschiedenen Gründen" nicht agieren, unter anderem wegen der "Belaubung". Inzwischen lehne es der Jäger ab, in diesem Gebiet weiter tätig zu werden. Der Grund: Er sei "beim Aufstellen von Waschbär-Fallen von Anwohnern beschimpft" worden. Eine weitere Schießerlaubnis wolle die Jagdbehörde nicht erteilen. Dies, so das Rathaus, teilte die Behörde am 24. September mit.

Fakt ist, dass der Zaun zum dortigen Gelände der Bundeswehr diverse Schäden aufweist. Durch diese gehen die Wildschweine ein und aus. "Sie bewegen sich ungestört im Unterholz der Bundeswehrliegenschaft", erklärte Marc Hutschenreuter. Die Stadt will dem Spuk nun ein Ende machen, hat sogenannte Schwefellinsen ausgelegt, um die Tiere "auf absehbare Zeit" zu vertreiben. Die Löcher im Zaun werden in der kommenden Woche gestopft. Die WGF errichtet auch einen Zaun. Der Einsatz von Fallen wurde aus Kostengründen zunächst abgelehnt.

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