Arbeiten auf der Strecke führen weiter zu Frust am Bahnhof

Noch immer kommt es auf der Zugstrecke von Chemnitz über Mittweida nach Döbeln zu Ausfällen und Verspätungen. Fahrgäste wie auch Verkehrsunternehmen sind verärgert. Noch bis Ende nächster Woche gibt es Einschränkungen.

Mittweida/Chemnitz.

Ratlosigkeit, Frust und Chaos herrschen seit Tagen bei denjenigen, die auf den Zug von Elsterwerda über Erlau und Mittweida und Chemnitz angewiesen sind. Angekündigt hatte die Deutsche Bahn Bauarbeiten auf der Bahnstrecke von Döbeln nach Mittweida. Knapp zwei Wochen sollten sie dauern - und eigentlich schon Mitte letzter Woche beendet sein. Doch stattdessen ging vergangenen Donnerstag gar nichts mehr. Vollsperrung der gesamten Strecke, Zugausfälle in beide Richtungen - von dieser Nachricht wurden viele Fahrgäste am Donnerstag überrascht.

Wurzel allen Übels ist die Sanierung des Heiligenborner Eisenbahnviadukts in Waldheim, die nach Angaben der Deutschen Bahn bis ins Jahr 2021 laufen soll. Während der Bauzeiten wird die Strecke laut Bahn-Sprecher Jörg Bönisch zweimal jeweils für mehrere Monate gesperrt, allerdings nur halbseitig. "Damit ist ein Betrieb zwischen Waldheim und Mittweida gewährleistet", erklärt er.

Jedoch seien die technischen Voraussetzungen für den Gleiswechsel zwischen Waldheim und Mittweida bisher nicht vollständig gegeben gewesen. "Erforderlich waren Kabelarbeiten an der Strecke, aber vor allem auch umfangreiche Eingriffe und Neuerrichtungen bei bestehenden signaltechnischen Anlagen", so Bönisch. "Der Gleiswechselbetrieb sollte am 9. Oktober in Betrieb gehen und damit die Voraussetzung für die erste Bauphase am Viadukt erfüllt sein." Aufgrund eines Störfalls sei dieses Ziel allerdings nicht erreicht worden. Technische Probleme, die im Vorfeld nicht erkennbar gewesen seien, hätten zu Verzögerungen im Bauablauf geführt. "Solche Verzögerungen sind in einem bestimmten Umfang bereits eingeplant, haben in diesem Falle aber nicht ausgereicht."

"Sowohl in der letzten als auch in dieser Woche erhielten wir extrem kurzfristig die Information seitens der Deutschen Bahn, dass eine Vollsperrung der Strecke notwendig ist", kritisiert ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Regionalbahnlinie 45 betreibt. So sei das Unternehmen erst am Montagmittag über eine Vollsperrung am gestrigen Mittwoch informiert worden. "Zur Umsetzung eines regulären Schienenersatzverkehrs wird mindestens eine Woche Vorlauf benötigt", erklärt der MRB-Sprecher. Die Busunternehmen in der Region könnten nicht immer kurzfristig Fahrer und Busse zur Verfügung stellen. "Unsere Mitarbeiter haben alles versucht, auch in Nachbarbundesländern noch Unternehmen zu finden. Leider war es uns nicht möglich, alle Fahrten so kurzfristig durch Busse zu bedienen." Noch bis Ende der Woche könnten daher vereinzelt Ersatzbusse ausfallen.

Auch die City-Bahn-Linie C 14 zwischen Chemnitz und Mittweida ist von den Problemen betroffen. In dieser Woche sei es zu Störungen und teils erheblichen Verspätungen gekommen, berichtet eine Mitarbeiterin. "Das ist ärgerlich. Wir sind nicht der Verursacher, haben aber die Auswirkungen zu tragen."

Laut Bahn-Sprecher Jörg Bönisch müssen sich Fahrgäste weiterhin auf Einschränkungen gefasst machen. Um den Störfall zu beheben, müssen Schalt- und Prüfarbeiten durchgeführt werden. Noch bis kommende Woche Freitag wird daher werktags 19.15 Uhr bis 4.15 Uhr die Strecke zwischen Mittweida und Döbeln voll gesperrt.

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