Auerswalder entwirft Logo für Chemnitztalradweg

Eine Sagengestalt diente als Vorlage für eine Zeichnung. Geometrische Figuren spielen dabei eine besondere Rolle.

Auerswalde/Claußnitz.

Ein geheimnisumwobenes Fabelwesen könnte bald markantes Orientierungszeichen für Wanderer und Radfahrer im Chemnitztal werden: der Nix. Einige wenige Ortskundige entlang der Reitzenhainer Flur wissen noch von jener Furcht einflößenden Gestalt im Schweizerthal zu erzählen. "Dereinst erschien sie den Bauern plötzlich aus den plätschernden Wellen des Flusses und drohte ihnen unter Androhung von Gewalt, sofort aus seinem Reich zu verschwinden", erzählt Matthias Gluba.

Der Betreiber des Auerswalder Mühlenkellers erinnerte sich an die Sagengestalt, als es um das Tourismuskonzept für den Chemnitztalradweg ging. Mit dem Papier soll die Region touristisch erschlossen werden. "Beim Anblick einer Holzfigur eines bekannten Künstlers - Poseidon genannt - kam mir die Idee mit der Sagengestalt Nix", so der Gastwirt. Es habe nur weniger Worte bedurft, um Künstler Johannes Hoyer von der Dorfgalerie Auerswalde für das Projekt zu erwärmen.


Die idyllische Landschaft des Chemnitztals inspiriere ihn in seinem Hobby der Malerei und Grafik, sagt Hoyer. Im Wissen, dass ein Logo eine gewisse Symbolik verlangt und vom Betrachter ohne Schnörkel erschlossen werden sollte, modellierte der Künstler geometrische Figuren: den Sagenkopf aus einem Viertelkreis, ein abgerundetes Rechteck als Körper und die Flosse aus einem offenen Halbkreis - die Strömung visualisierend, plätschern entlang des Hauptes, die auch das Haar verkörpernden Wellen. "Der Fischmensch ist gut zu erkennen, mit seinen drei Grundformen dürfte er die Betrachter erreichen", sagt der 67-Jährige. Den Entwurf hat er den Verantwortlichen beim Zweckverband Chemnitztalradweg vorgelegt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Hoyer hat eine zeitgemäße Interpretation der Nix-Gestalt: Seinerzeit galt es, dem Nix mittels einer List gewahr zu werden. Mit Imbiss im Korbe wurde er aus dem Wasser gelockt. Als er schnurstracks die Köstlichkeiten ergreifen wollte, habe ihm der Müller mit einer Haselrute den Rücken traktiert. Unter Schmerzen und Drohungen verschwand der Wasserbewohner auf Nimmerwiedersehen im Nass der Chemnitz.

Laut Tourismuskonzept sollen viele Gäste in der Region willkommengeheißen werden. Hoyer sagt, dass der Rad- und Wanderweg ein großer Gewinn sei. "Er bringt Gäste in die Region, erschließt die Ortschaften, bietet Erlebnisse."

Der Wanderfreund, der aus einer Bogenmacherfamilie stammt, ist in Markneukirchen aufgewachsen und begeisterte sich schon als Knirps für die bildende Kunst. Er schlägt bewusst eine Brücke zu dem Projekt Dorfgalerie Auerswalde. "Die bringt seit über 30 Jahren kunstinteressierte Menschen zusammen. Wir schaffen ein Netzwerk mit vielen guten Kontakten. Leute ranholen und mit ihnen sprechen, diesen Beitrag kann auch das Chemnitztalradprojekt leisten." Zweimal pro Jahr bietet die Galerie Wanderungen an.

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