Bekannte Aktivistin besucht Flöhaer Schule

Anne-Frank-Tag: Irmela Mensah-Schramm eröffnet Schau im Gymnasium

Flöha.

Sie ist als Sprayer-Oma bekannt geworden, als "Couragierte Frau" im Lied von Gerhard Schöne und reist seit den 1980ern mit Spatel und Spraydose durchs Land: Irmela Mensah-Schramm (74) kann es nicht ertragen, Hassbotschaften zu sehen. Also übermalt die Berlinerin Graffiti und entfernt Aufkleber mit rassistischen oder menschenverachtenden Aussagen. Deshalb muss sie sich mitunter wegen Sachbeschädigung verantworten, wird aber auch ausgezeichnet: 2015 mit dem Göttinger Friedenspreis. Am heutigen Mittwoch ist sie zu Gast in Flöha, wo sie am Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium anlässlich des Anne-Frank-Tags ihre Ausstellung "Hass vernichtet" eröffnet.

Dort zeigt sie Aufkleber und Graffiti, die sie dokumentiert hat und spricht über ihren Umgang damit. Ihre Methode: Hass- in Friedensbotschaften ändern. "Manche Naziparolen waren zehn Jahre da, bevor ich sie übermalt habe", so die ehemalige Heilpädagogin. Sie wolle sensibilisieren für die Präsenz gewaltverherrlichender Worte. Was gesagt werde, werde irgendwann auch getan - das wolle sie mit ihrem Projekt verhindern. Das kreative Umändern will sie mit den Flöhaer Schülern üben.


Im Mai hatte eine solche Schulstunde im Erzgebirge für Schlagzeilen gesorgt: Auf ausgereichten Blättern äußerten sich einige Schüler hasserfüllt. "Ich weiß schon jetzt, dass die Veranstaltung in Flöha ganz anders ausgehen wird", sagt Mensah-Schramm, die seit 17 Jahren Workshops im ganzen Bundesgebiet hält. Wichtig sei, dass sich Schulen offensiv mit Diskriminierung auseinandersetzen, bei Anfeindungen intervenieren und anhand etwa der Geschichte Anne Franks Brücken in die Gegenwart bauen.

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