Ben und Mila führen Hitliste der Vornamen an

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Frei nach dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" haben Eltern im Kreis Mittelsachsen die Namen ihres Nachwuchses im vorigen Jahr gewählt. Doch die Standesämter haben auch exotische Ausnahmen beurkundet.

Mittweida/Freiberg.

Mila und Ben werden sich in Zukunft wohl öfter im Kindergarten treffen. Dabei stehen auch die Chancen gut, dass beide noch Spielkameraden mit den gleichen Namen finden, denn im Jahr 2020 waren das die beliebtesten Vornamen in Mittelsachsen. Während sich in der Freiberger Klinik Mila und Lucy die Spitze teilten, jeder wurde achtmal als erster Vorname angegeben, war Mila im Mittweidaer Krankenhaus der unangefochtene Favorit, ebenfalls achtmal vergeben. Somit ist Mila der beliebteste Mädchenname in der Region, gefolgt von Klara oder Clara an zweiter Stelle und Emma an dritter.

Bei den Jungen tauchte der Name Ben siebenmal in Mittweida und achtmal in Freiberg auf und führte dort die Listen an. Auf den zweiten Platz gelangte Fritz, gefolgt von Max. Auch die in der Rangliste folgenden Namen sind kurz. Ella, Ida, Hanna und Lucy stehen auf den Plätzen vier bis sieben. Bei den Jungen folgen Oskar, Leon, Liam oder Lyam und Alexander, wobei letzterer mit seiner Länge eine Ausnahme bildet. Bei fast 40 Prozent der Kinder entschieden sich die Eltern für einen zweiten Vornamen. Die Spitzenplätze belegen dabei Sophie und Michael.

Während sich die meisten Eltern für kurze und zeitlose Namen entscheiden, wählen andere eher seltene Vornamen. So wurden in Mittelsachsen Mädchen Jupiter, Osose und Melody genannt. Bei Xena werden einige vermutlich erst mal an die Kriegerprinzessin aus der gleichnamigen TV-Serie denken, die Ende der 1990er-Jahre im Fernsehen lief.

Bei den Jungen fallen Angel, John-Taylor und Osayantin als eher seltene Namen auf. Auch Ryunosuke ist Deutschland eher untypisch, in Japan ist er jedoch ein traditioneller Jungenname. In Japan werden zudem anstelle von lateinischen Buchstaben Schriftzeichen, genannt Kanji, zum Schreiben benutzt. Je nachdem welche Kanji man für einen Namen benutzt, kann dieser unterschiedliche Bedeutungen haben. In der geläufigsten Schreibweise bedeutet Ryunosuke "Bote des Drachen".

Beim Vornamen des Nachwuchses dürfen Eltern gerne kreativ sein, doch nicht jeder gewünschte Name wird auch vom Standesamt angenommen. In Deutschland gibt es keine feste Gesetzgebung, die bestimmte Namen verbietet oder erlaubt. Stattdessen orientiert sich das Standesamt an bestimmten Richtlinien, ob ein Name zulässig ist oder auch nicht. So muss zum Beispiel klar erkennbar sein, dass es ein Vorname ist. Ein Buchstabe oder eine Ziffer sind nicht zulässig. Abgelehnt werden auch Namen, die das Wohl des Kindes gefährden. Das galt in der Vergangenheit beispielsweise für Verleihnix und Borussia.

Seit 2008 sind auch geschlechtsneutrale Vornamen erlaubt, ein zweiter Vorname, der eindeutig als Jungen- oder Mädchenname ausgewiesen ist, ist nicht mehr zwingend erforderlich. Trotzdem bestehen einige Standesämter noch immer darauf. Da in Deutschland keine festen Gesetze für die Namensgebung existieren, kann jedes Standesamt selbst entscheiden, ob ein Name eingetragen wird oder nicht.

Für die Eltern gibt es immer die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Standesamts zu klagen. Aufgrund eines Verfahrens von 1998 ist beispielsweise der Name Jesus in Deutschland ein zulässiger Vorname, da dieser in Spanien und lateinamerikanischen Ländern weit verbreitet und somit klar als Vorname erkennbar ist.

Aber auch ganz ungewöhnliche Vornamen wie Apple, Blaubeere oder Sheriff wurden von Standesämtern schon zugelassen. Eigentlich müssen Eltern oder Sorgeberechtigte die Eignung des Vornamens nicht durch Belege beweisen, die Entscheidung hängt wieder vom zuständigen Standesamt ab. Sollten allerdings Belege gefordert werden, können sich Eltern an die Namenberatungsstelle der Universität Leipzig wenden. Diese erstellt Gutachten, über die die Tauglichkeit von Vornamen.

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