Besucherzahlen überzeugen auch die Kritiker

Die Erwartungen waren groß, aber esgab auch skeptische Stimmen. Frankenberger Stadträte äußerten sich zur Landesgartenschau - vor deren Beginn und nun am Ende.

Frankenberg.

Zum "Freie Presse"-Gesprächstermin im April waren alle vier Gesprächspartner noch Stadträte. Eine Wahl später haben nur noch zwei von ihnen Sitz und Stimme in dem Gremium. Um so interessanter ist es, alle vier erneut nach ihrer Meinung zum Gartenfestival zu fragen.

Andreas Schramm: Ich kann sagen, dass sich meine Erwartungen voll und ganz erfüllt haben. Die angestrebte Besucherzahl von 300.000 wurde weit übertroffen. Frankenberg hat sich mit der Landesgartenschau einen Namen weit über die Kreisgrenzen hinaus gemacht. Die Gartenschau hat Frankenberg nachhaltig positiv verändert. Die Stadt wird auch künftig für viele Touristen eine Reise wert sein.

Jörg Hommel: Ein Nullsummenspiel für die Stadt wird es nicht, für die Landesgartenschau-Gesellschaft hoffentlich. Denn wie zu erwarten, setzt die Stadt Frankenberg bereits alles daran, um Finanzmittel zu requirieren. Quellen sollten nicht Verkäufe von kommunalem Vermögen und Nutzungsgebühren sein. Was die Nachhaltigkeit angeht, sind viele Bäume gepflanzt worden. Im Nachgang wird noch die eine oder andere Blüh- und Bienenwiese entstehen. Das sehe ich positiv. Die Gartenschau war ein Besucherevent für Sachsen und das Kulturprogramm ansprechend.

Wolfgang Schleicher: An bestimmten Tagen hat die Gartenschau meine Erwartungen übertroffen. Auch hier sehe ich nach wie vor viele gute Gründe, das Wirken des Teams positiv hervorzuheben. Dennoch gab es vor allem anfangs bei der Versorgung und beim Verhalten Einzelner vermeidbare Schwächen, die dem Ansehen geschadet haben. Das musste wahrlich nicht sein. Am Ende bleibt aber für mich der Blick auf eine gelungene Gartenschau, eine Bereicherung der Stadtentwicklung und das positive Gefühl, insgesamt an guten Entscheidungen mitgewirkt zu haben.

Klaus Stampniok: Als Aufsichtsrat der Landesgartenschaugesellschaft bin ich mit den Besucherzahlen sehr zufrieden. Wir haben unser Ziel erreicht und dürften mit den Ticket-Einnahmen ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Als Gewerbetreibender habe ich erlebt, dass Frankenberg selbst in frequenzarmen Zeiten einen Besucherstrom erlebte, der seinesgleichen sucht. Und als Besucher der Schau gab es Erlebnisse en masse. Ich denke nur an die Eröffnung mit der grandiosen Tulpenschau und den Endspurt mit einer ausgezeichneten Lichtinstallation, die das Mühlbachtal in einem völlig neuen Ambiente erstrahlen ließ. Alles in allem war das halbe Jahr ein Gewinn für Frankenberg. Ich hoffe, dass wir alles Geschaffene in einem guten Zustand erhalten können, damit wir uns noch lange an der Neugestaltung des Mühlbachtals sowie der Zschopauaue erfreuen können.

Die schönsten Fotos von der Landesgartenschau finden Sie auf den Seiten 10 und 11. Der Service für die Region steht heute auf Seite 13.

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