Burgberg: Naturschutz als neue Hürde

Der Ausbau der steilen Kreisstraße in Kriebstein schien lange Zeit nur am Poker um Grundstücke zu scheitern. Jetzt gibt es eine neue Unbekannte für die Bau-Pläne.

Kriebstein.

Der mittelsächsische Landrat Matthias Damm (CDU) hat in dieser Woche in Kriebstein Optimismus verbreitet: Der seit Jahren erwartete Ausbau der Kreisstraße am Burgberg in Kriebstein könnte im Sommer 2018 beginnen, hofft er. Die Kriebsteiner Bürgermeister Maria Euchler (FWK) zeigte sich dagegen skeptisch.

Ihre Zurückhaltung scheint begründet. So sind zwar die langwierigen Verhandlung um den Verkauf der für die Trassenverlegung nötigen Grundstücke der Firma Karl beendet - der Freistaat hat die Flächen erworben, welche der Landkreis für den Straßenbau braucht. Doch jetzt taucht in der Planungsphase eine neue Hürde auf. Die geplanten Arbeiten würden einen Eingriff in das FFH-Gebiet rund um die Burg Kriebstein darstellen. Diese Gebiete sind zum Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) ausgewiesen. Um hier bauen zu können, ist ein Planfeststellungsverfahren nötig, wie Dirk Schlimper, Leiter des Referats Kreisstraßenbau, erklärte. Eine Genehmigung müsse bei der Landesdirektion beantragt und zuvor artenschutzrechtliche Fachbeiträge abgegeben werden. Dabei werde unter anderem untersucht, welche Tiere und Pflanzen in dem Baugebiet leben und von den Arbeiten betroffen wären. Vor dessen Gutachten dazu habe man im Amt zwar keine Angst. Dennoch sei es nicht absehbar, welche Auflagen aus naturschutzrechtlicher Sicht erteilt werden könnten. Immerhin soll die Straße nicht nur am Fuß des Burgbergs verlegt, sondern auch auf 5,50 Meter verbreitert und ein neuer Gehweg (2 Meter breit) gebaut werden. Im Frühsommer dieses Jahres sollen die Genehmigungsunterlagen bei der Landesdirektion abgegeben werden. Bis zum Abschluss des Verfahren müsse mit einem Jahr gerechnet werden.

Für Bernd Jentsch, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) für den Burgberg-Ausbau, ist das Thema FFH-Gebiet nicht neu. "Wir haben schon vor langer Zeit auf diese Problematik aufmerksam gemacht", so Jentsch. Gern würde sich die BI, zu der mehrere aktive Naturschützer gehören, in die Planung einbringen. Doch das Landratsamtes informiere lediglich über Entscheidungen. Jentsch kann sich aber auch nicht vorstellen, dass der Naturschutz an der Stelle ein Problem darstellt. Schließlich habe das FFH-Gebiet bei anderen Arbeiten nahe des Burgbergs, wie beim Abriss von Garagen, offensichtlich auch keine Rolle gespielt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...