Das ganze Dorf zieht an einem Strang

In Seifersbach soll am 29. und 30. Juni gefeiert werden. Die Vorbereitungen dafür laufen. Für das Schnapszahl-Jubiläum machen sich viele Einwohner stark.

Seifersbach.

Auf dem Festplatz im Gewerbegebiet im Rossauer Ortsteil Seifersbach deutet noch nichts auf das Ereignis hin, das am letzten Wochenende im Juni die Gäste in Scharen anlocken soll. Doch hinter den Kulissen herrscht bereits geschäftiges Treiben. Die Organisatoren des alljährlichen Schützenfestes haben sich diesmal eine Mammutaufgabe vorgenommen. Sie wollen die erste bisher nachweisbare Erwähnung von Seifersbach vor 666 Jahren zum Anlass nehmen, um ein Ortsfest mit historischem Flair und zahlreichen Höhepunkten auf die Beine zu stellen.

Zum Ortsjubiläum soll es einen Festumzug und eine Schau mit historischem Handwerk, Fotoausstellung und Filmvorführungen geben. Die Publikumsmagneten bisheriger Schützen- und Vereinsfeste, das Vogelschießen mit der Armbrust und Geselligkeit im Festzelt, haben ebenfalls ihren Platz im Programm. Unterstützung bekommen die Macher vom Schützenverein 1809 Seifersbach und von mehreren Hobbygemeinschaften aus dem Ort. Die Fäden laufen bei Hans-Jürgen Seja zusammen. Nach der zweiten Zusammenkunft aller an der Festvorbereitung Beteiligten ist der 65-Jährige zuversichtlich, dass es ein besonderes Fest wird. Es gebe eine Menge guter Ideen.

Am Festwochenende stehe Seifersbach und die Geschichte des heutigen Ortsteils von Rossau im Mittelpunkt. Für eine große Zahl Seifersbacher sei es Ehrensache, sich in der Vorbereitung einzubringen. Unterstützer kommen aber auch aus den anderen Ortsteilen. "Männer und Frauen werden bäuerliche Traditionen und historisches Handwerk wie das Dengeln von Sensen, Seilherstellung, Töpfern und Spinnen vorführen. Die Turnerfrauen wollen in historischen Kostümen auftreten. Die Weinfreunde bringen sich mit ihrer Erfahrung in der Organisation großer Feste ein. Weitere, wie der Bergwerksverein und die Kleingärtner aus Dreiwerden, die Rossauer Karnevalisten oder der Seniorenverein, haben ebenfalls Ideen, wie sie zum Gelingen beitragen können", schilderte Seja.

Der Schützenverein, in dem Seja Mitglied ist und 25 Jahre im Vorstand aktiv war, will auf dem Festgelände einen 15 Meter hohen Mast aufstellen. Darauf sollen die Holzvögel für die Wettbewerbe der Armbrustschützen angebracht werden. Geschossen werde mit mehr als 100 Jahre alten Armbrüsten, sagte Seja. Schützenkönig in den Durchgängen für aktive Schützen und Publikum werde, wer jeweils das letzte Teil des Vogels vom Mast hole. "Es kommt vor, dass es sich dabei nur noch um einen wenige Zentimeter langen Span handelt", so der Schütze.

Beim Fest geht es hauptsächlich um Traditionspflege und die Ortsgeschichte. "Seifersbach ist im zwölften Jahrhundert aus einer Ansiedlung rheinfränkischer Bauern entstanden", so Seja. Das Alter eines Ortes werde jedoch meist von der ersten urkundliche Erwähnung abgeleitet. Diese stamme aus dem Jahr 1353. Einwohner Siegfried Störzel habe die Fakten recherchiert. Die Zahl 666 sei markant und biete einen guten Anlass, um zu feiern.

Für eine Ausstellung sowie Foto- und Filmschau wird derzeit Material vor allem aus der jüngeren Vergangenheit zusammengetragen. Dabei seien bereits interessante Aufnahmen unter anderem aus den 1950er- und 1960er-Jahren sowie vom Seifersbacher Bauernmarkt in den 1980er-Jahren gefunden worden.

Für die geplanten Schauen und Veranstaltungen sollen zwei Festzelte aufgebaut werden. "Wir haben bereits Zusagen, dass uns Angehörige der Bundeswehr und die Gemeinde dabei unterstützen", sagte Seja.

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