Die Kapelle soll im Dorf bleiben

Zwei Berbersdorferinnen möchten das marode Gebäude retten. Dabei setzen sie auf Hilfe aus dem Internet.

Berbersdorf.

Rein äußerlich ist die kleine, 1955 gebaute Kapelle im Striegistaler Ortsteil Berbersdorf noch in Ordnung. Doch innen sind die Bauschäden mehr als sichtbar: Der Fußboden wölbt sich zur Sprungschanze, große Wasserflecken zieren die Wand.

"Vor ein paar Jahren gab es hier mal einen erheblichen Wassereinbruch, der hat auch einen Teil der Elektrik beschädigt", berichtet Ina Tauchnitz aus Berbersdorf. Zudem gebe es keinen Wasseranschluss. "Die Kapelle hat nur zwei Trocken-WC aus der Zeit von 1955, die Grube sorgt für weitere Bauschäden", zählt sie die Mängel auf. Und auch der alte Ölofen ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. "Immer wenn wir hier heizen, riecht es wie in einer Tankstelle", berichtet Ina Tauchnitz.

"Viele im Dorf fragen, was mit der Kapelle wird, ob sie abgerissen werden soll, aber sie gehört einfach hierher", erklärt Karin Höpfner vom Kirchenvorstand Pappendorf. Denn das Gebäude wird noch genutzt, für Andachten zum Beispiel oder Gottesdienste. Zur nächsten Kirche müssten die Berbersdorfer bis nach Pappendorf. Die beiden Frauen möchten deshalb die Kapelle retten und einen Förderverein gründen, dafür suchen sie jetzt Mitstreiter.

Die Idee reifte zum Jubiläum "850 Jahre Berbersdorf und Schmalbach" im vergangenen Jahr. "Beim Festumzug wurde ein Modell der Kapelle auf einem Wagen gezeigt", berichtet Ina Tauchnitz. "Das Modell war so schön geworden, dass wir mit dessen Hilfe Geld für die Kapelle sammeln wollten." Doch so einfach ist das nicht. "Wenn das Projekt nämlich nicht umgesetzt werden kann, müssen wir das Geld zurückgeben", erklärt Ina Tauchnitz. Deshalb setzen die Frauen nun auf ein rechtlich sicheres Vorhaben: Crowdfunding. Dabei werden im Internet Spenden gesammelt. "Der Vorteil ist, man kann bis zu einem bestimmten Zeitraum sammeln. Kommt nicht genügend Geld zusammen, wird es von den Spendern nicht einbezogen", weiß Ina Tauchnitz. Denn grob geschätzt, würden mindestens 100.000 Euro für die Sanierung der Kapelle gebraucht. Parallel dazu wollen die Frauen aber auch die Dorfbewohner um Spenden bitten.

Einen Förderverein brauchen Ina Tauchnitz und Karin Höpfner, um das Crowdfunding im Internet zu starten und die richtige Plattform zu finden. "Es gibt schon fünf Leute, die mitmachen möchten, laut Vereinsregister müssen es aber mindestens sieben sein", weiß Ina Tauchnitz. Und sie weiß auch, wie die Kapelle - sollte das Vorhaben klappen - später noch mehr genutzt werden könnte: "Für die Kirchgemeinde, aber auch als Begegnungsort für die Einwohner. Lesungen könnten dort zum Beispiel stattfinden."

Der Berbersdorfer Ortsvorsteher Mario Donner steht ebenfalls hinter dem Projekt. Es soll zur nächsten Ortschaftsratssitzung am 23. Januar vorgestellt werden. "Ich finde die Idee gut und habe schon meine Unterstützung zugesagt", erklärt er.

Interessenten für den Förderverein können sich an Ina Tauchnitz, Telefon 037207 55079, E-Mail: info@berbersdorf-kapelle.de wenden.

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