Freibad wird ab Herbst saniert

Die Einrichtung stand kurz vor dem Aus. Doch ein Fördermittelscheck ist die Rettung. Hainichen kann nun das Zwei-Millionen-Projekt stemmen. Bis zur nächsten Saison soll alles fertig sein - wenn das Wetter mitspielt.

Hainichen.

Vor zwei Wochen war es ein frommer Wunsch. Am Donnerstagmittag hielt Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) bereits den Fördermittelbescheid in der Hand, und zwar am Beckenrand des Hainichener Freibads. Das soll ab September saniert werden, ein Projekt mit gut 15 Jahren Anlaufzeit.

Mehrfach hatte sich die Stadt bereits um Fördermittel bemüht, immer vergeblich. Auch Planungen wurden schon in Auftrag gegeben - ein Aufwand, der sich nun auch auszahlte. Als im Herbst eine neue Fördermöglichkeit eröffnet wurde, hatte Hainichen die fertigen Anträge gleich zur Hand. Auch den Baubeschluss hat der Stadtrat schon gefasst. Dabei wird von Gesamtkosten von knapp zwei Millionen Euro und einer Förderung von rund 1,5 Millionen Euro, also drei Viertel der Kosten, ausgegangen. Die Möglichkeit zur Sanierung eröffnete sich, als in das Programm "Vitale Ortskerne im ländlichen Raum" im Vorjahr auch die Freibäder aufgenommen wurden. Steffi Möller, Regionalmanagerin im Klosterbezirk Altzella hatte die Stadt auf die Förderrichtlinie hingewiesen.

Geplant ist kein Umbau zu einem Spaß- oder Erlebnisbad. Es geht um die Erneuerung der Technik, insbesondere der Filteranlage. So sei laut Bürgermeister vor allem die Wasseraufbereitung in die Jahre gekommen. Diese habe ein hohes Ausfallrisiko. Neben der Modernisierung der Wasseraufbereitung solle auch in die Durchströmung des 50-Meter-Beckens investiert werden. Die Folge: Es wird schmaler. Aktuell misst das große Becken noch 27 Meter, nach dem Umbau sollen es etwas mehr als 23 Meter in der Breite sein. Grund dafür seien die an den Rändern noch zu errichtenden Schwallwasserrinnen, eine Art Überlauf.

Auch der Drei-Meter-Turm wird saniert. Außerdem wird daneben das Ein-Meter-Brett wieder errichtet. Die Schwimmmeister bekommen eine Art Kanzel, um das Geschehen in der Einrichtung besser im Blick zu haben. Das Planschbecken erhält eine kleine Rutsche; zudem sollen diverse Spielsachen angeschafft werden.

Als Baustart ist der 1. September angedacht. Der Vorteil liegt für die Stadtverwaltung auf der Hand: Es fällt keine komplette Saison ins Wasser. Im Juni 2021 könnte das Bad wieder eröffnen -vorausgesetzt im nächsten Winter könnte zumindest teilweise gebaut werden. "Unser Freibad stand in den letzten Jahren mehrere Male kurz vor der Schließung", sagte Greysinger. So musste die Folie schon komplett erneuert werden. Vor zehn Jahren waren die Pumpen eingefroren. Der Fördermittelbescheid sei nun der Rettungsring zum Erhalt des Freibades, das im vergangenen Jahr mehr als 27.000 Besucher hatte.

Landrat Matthias Damm (CDU) befürwortete die Investition, weil sie für einen Treffpunkt für alle Generationen gedacht ist. Das Landratsamt ist die Bewilligungsbehörde für diese Fördermittel. Laut Damm gehen aus den insgesamt 25 Millionen Euro des Programms 5,3 Millionen nach Mittelsachsen, so auch für den Gasthof in Crossen und den neuen Dorfplatz im Rossauer Ortsteil Moosheim. Insgesamt würden 15 Projekte im Landkreis gefördert.

Greysinger lobte die Zusammenarbeit mit der Kreisbehörde, die den erst im Dezember 2019 gestellten Antrag der Stadt nach der Weiterreichung in kürzester Zeit bearbeitet habe. "Nun müssen wir uns zeitnah an die Ausschreibung machen und vor allem darauf hoffen, dass wir einen Betrieb finden, welcher zu akzeptablen Konditionen bereit ist, das Bauvorhaben auch zu realisieren", erklärte das Stadtoberhaupt. "Einen Umbau in ein Erlebnisbad mit Riesenrutsche oder ähnlichem können und wollen wir nicht angehen."


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