Hainichen ist ohne Finanzchef

Der Kämmerer muss nach vier Monaten wieder gehen. Die Stelle ist neu ausgeschrieben, dennoch droht ein Nothaushalt.

Hainichen.

In nichtöffentlicher Sitzung hat der Hainichener Stadtrat die Entlassung von Kämmerer Thomas Sauer ohne Gegenstimme beschlossen. Dies erklärte Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD), nachdem im neuem Amtsblatt bereits eine Stellenausschreibung für einen neuen Finanzchef der Kommune veröffentlicht worden war.

"Wir haben uns auf eine Kündigung im gegenseitigen Einvernehmen verständigt", erklärte Greysinger, der die Gründe für die Entlassung nicht nennen wollte. Allerdings räumte er ein, dass die Arbeit am Haushalt für 2020 noch gar nicht begonnen wurde. Die Kündigung erfolge innerhalb der halbjährigen Probezeit und werde zum 31. Oktober wirksam. Sauer ist schon nicht mehr im Rathaus tätig, laut Greysinger krankheits- und urlaubsbedingt und war daher auch für Pressenachfragen nicht erreichbar.

Sauer hatte die Stelle erst am 1. Juli angetreten. Er war von seinem Vorgänger Thomas Scheumann eingearbeitet worden, der nach sieben Jahren die Verwaltung der Gellertstadt verlassen hatte und seitdem Hauptamtsleiter der Gemeinde Niederwiesa ist. Schauer, Jahrgang 1964, ist Diplom-Kaufmann und kommt aus der Region Dresden.

Greysinger spricht wegen der nun vakanten Stelle von einer "sehr kritischen und unangenehme Situation" für die Stadt. "Baumaßnahmen, die von langer Hand vorbereitet wurden und die in den Haushalt einfließen sollten, drohen zu scheitern, da wir ohne Haushalt nicht in der Lage sind, die erforderliche gemeindewirtschaftliche Stellungnahme beizubringen", so der Bürgermeister. Diese sei zum Beispiel für die Beantragung von Fördermitteln notwendig. Im nächsten Jahr gehe es zum Beispiel um Zuschüsse für den weiteren Umbau des Stadtparks, die Sanierung der Technik des Freibads und den Bau der Leichtathletikanlage im Sportforum. Mit Aufstellung einer Art "Nothaushalt" hoffe er, dies dennoch zu schaffen. Bewerbungen für die Stelle des Kämmerers seien bis 1. November möglich. Damit könne der Stadtrat frühestens am 6. November über eine Neubesetzung entscheiden.

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