Hainichener Haus mit dem Gellert-Kopf hat eine Zukunft

Nach Leerstand und Verfall hat die Stadt für das markante Gebäude in der Gellertstraße 50 nun einen Käufer gefunden. Der ist in der Region kein Unbekannter.

Hainichen.

Das denkmalgeschützte Haus mit dem steinernen Kopf des in Hainichen geborenen Fabeldichters Gellert an der gleichnamigen Straße Nummer 50 könnte demnächst zu neuem Leben erwachen. Der Hainichener Stadtrat hat am Mittwochabend einstimmig dem Verkauf des lange Zeit leerstehenden Gebäudes an die Leipziger Wohnbaufirma Golz zugestimmt. "Perspektivisch will sie auch das alte Fabrikgebäude der Fettchemie sanieren. Ich bin für beide Immobilien sehr optimistisch", sagte Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD).

Die Immobilienfirma aus der Messestadt hat vor, in dem Gebäude an der Gellertstraße fünf bis sechs familienfreundliche Wohnungen zu schaffen und noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen, wenn alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Die Fertigstellung sei für 2018 geplant. Laut Bauamtsleiter Thomas Böhme sei im Notarvertrag eine Klausel eingebaut, wonach die Immobilie wieder auf die Stadt zurückfalle, wenn sie nicht bis 2021 fertiggestellt ist. Das 1125 Quadratmeter große Grundstück soll zum Quadratmeterpreis von 29 Euro verkauft werden, der Wert des Hauses selbst betrage null Euro, so Böhme.

Für den Chef der gemeinsamen Stadtratsfraktion aus SPD, Linken und Freien Wählern und Geschichtsexperten Thomas Kühn stellt dieses Gebäude schon einen gewissen Wert dar, nämlich einen hohen historischen. Denn das Haus war mal der sogenannte Kopfbau der ehemaligen Gaststätte "Zum deutschen Kaiser" und gehörte später der Färberei Stöß. "Es ist typischer Ausdruck einstiger Fabrikantenarchitektur zu Anfang des 20. Jahrhunderts", sagt Kühn. Und der Gellert-Kopf, der sich über dem Eingang des Hauses befindet, zeuge von der hohen Wertschätzung der damaligen Baumeister gegenüber dem großen Sohn der Stadt. Dass sich die Leipziger Firma nun dieser Sanierungsaufgabe stellen will, findet er gut. "Denn diese Firma hat die hohe Qualität des Bauens der damaligen Zeit erkannt."

Auch in Rochlitz ist man froh, dass die Immobilienfirma die Region für ihre Pläne entdeckt hat. Denn dort wollen die Messestädter ebenfalls denkmalgeschützte Bauten sanieren. Erstes Projekt in der Großen Kreisstadt ist das um 1855 errichtete Wohnhaus Dresdner Straße 1. Auch das ehemalige Sudhaus der alten Rochlitzer Brauerei hat Michael Nowack, Mitinhaber der Firma Golz, bereits im Blick. "Der grüne Mittelpunkt Sachsens, in Schlagweite zu Metropolen wie Leipzig und Chemnitz", das sei "einfach eine spannende Region", so Nowack. (mit scf)

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