Haus musste weichen, ein Schuppen aber blieb

Nach dem Abriss des sogenannten Armenhauses war zunächst Ordnung eingekehrt. Doch nun wird auf dem Grundstück illegal Müll abgelegt.

Frankenberg.

In der Robert-Schramm-Straße kehrt einfach keine Ruhe ein. Rund um einen alten Schuppen auf einem ansonsten unbebauten Grundstück lagern Unbekannte jede Menge Müll ab. Im sozialen Netzwerk Facebook diskutieren Frankenberger bereits lebhaft über den neuen Schandfleck. "Der Müll beim ehemaligen Armenhaus wird immer mehr", schreibt ein Nutzer.

Schon über das Armenhaus an sich hatten sich Anwohner und Passanten lange geärgert. Der private Eigentümer kümmerte sich nicht darum und ließ das Gebäude tatenlos verfallen. Zum Schluss war es zum Teil eingestürzt. Umliegende Straßen wurden gesperrt. Um Gefahren durch die Ruine auszuschließen, musste die vernachlässigte Immobilie schließlich abgerissen werden. Die Beseitigung wurde zum Jahresbeginn 2019 vom Landratsamt Mittelsachsen in die Wege geleitet. Im Sommer des Vorjahres erfolgte dann der Abriss. "Die Kosten dafür in Höhe von circa 60.000 Euro werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt", sagte damals Cornelia Kluge, Sprecherin des Landkreises. Der konnte tätig werden, da der Hausbesitzer die Ruine nicht selbst sicherte oder abriss.

Das hätte eigentlich das Ende dieses Schandflecks in Frankenberg sein können. Doch das Gegenteil ist der Fall. Bis heute steht noch ein Schuppen auf dem besagten Grundstück in der Robert-Schramm-Straße. In und um das Häuschen herum sammelt sich immer mehr Müll an, von Unbekannten illegal dort hingebracht. "Warum wurde das nicht gleich mit abgerissen?", fragte ein Facebook-Nutzer.

Diese Frage stellte "Freie Presse" auch dem Landratsamt. Und das kennt die Antwort: Es sei korrekt, dass der Schuppen mit zu dem betroffenen Grundstück gehört. "Die Bauaufsicht hat ihn nicht mit beseitigt, da von ihm keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht", sagte Pressereferentin Cornelia Kluge. Für die Beseitigung des Mülls sei nun wieder der Eigentümer zuständig. Also herrscht weiter keine Ruhe in der Robert-Schramm-Straße.


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