Im Schatten der Burg

Die erste Baumeister- Führung des Jahres an der Burg Kriebstein war gut besucht. Gästeführer Jörg Möbius kennt das Areal seit seiner Kindheit.

Kriebstein.

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat Gästeführer Jörg Möbius als fachkundiger Baumeister am Samstag die Besucher mit auf seine Tour rund um die Burg Kriebstein genommen. 2017 hatte der Gästeführer mit diesem Angebot auf Burg Kriebstein begonnen.

"Mein Vater war 20 Jahre Ortschronist und somit habe ich mich schon frühzeitig für Geschichte, insbesondere von Kriebstein und der Burg interessiert. Außerdem bin ich hier aufgewachsen und kenne mich bestens aus", erklärt Jörg Möbius und steigt mit seinen gut 15 Gästen bis zur Hängebrücke hinab. Im Licht der Abendsonne erhebt sich die majestätische Burg wie ein Märchenschloss. Im ruhigen Wasser spiegelt sich die Burg, danach sprudelt die Zschopau über das kleine Wehr. Drei Führungen gibt es in der Saison, einige gebuchte Sonderführungen gab es auch schon.

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"Mein erster Rundgang war mit Gästen einer Geburtstagsfeier. Wir hatten viel Spaß", erinnert sich der Baumeister und breitet sein Wissen rund um bauliche Besonderheiten aus. Im Laufe der Zeit, die Burg wurde 1384 erstmals erwähnt, gab es viele Veränderungen. Einige kann Jörg Möbius bildlich vorzeigen, aus Archiven und Chroniken liegt ihm viel historisches Bildmaterial vor. So zeigt eine Aufnahme die Burg mit der Straße.

"Hier geht die Kurve noch von links hinauf, die wurde 1936 durch den Fabrikbesitzer der Papierfabrik gedreht, denn es sollte nicht mehr über sein Fabrikgelände gefahren werden. Auch setzte er damals ein Fahrverbot an Sonntagen durch, damit seine Fabrikarbeiter sich in Ruhe erholen konnten." Die Tour führt bis kurz vor die Staumauer der nahen Talsperre. Möbius: "Als Kind war ich oft im Fluss baden. Der Weg war teilweise überschwemmt und wir mussten über Felsen klettern."


"Man müsste es mehr nutzen"

Renate Hampel ist mit ihrer Nachbarin Ingrid Büttner zur Führung gekommen. Sie wohnen gleich in der Nähe in Ehrenberg. "Ich war schon vor einem Jahr mal mit dem Baumeister unterwegs, da habe ich aber nicht alles mitbekommen und wollte deshalb nochmal daran teilnehmen und meine Nachbarin mitnehmen. Wenn das Wetter mal nicht so gut ist, schauen wir uns auch noch die neue Sonderausstellung mit Kinderspielzeug an. Es ist schön, so eine Burg gleich in der Nähe zu haben, aber man müsste es mehr nutzen", berichtet die Seniorin, die sich auch noch durch Sport fit hält. Nach dem Rundgang stellt sie fest: "Vieles habe ich schon mal gehört und habe nun mein Wissen wieder aufgefrischt. Interessant waren auch die Dinge über die Familie Niethammer. Ich habe ja in der Papierfabrik gearbeitet und kannte ihn." (fun)


"Kann Wissen weitergeben"

Dagmar Arnold nahm mit Ehemann Mirko an der Führung teil. Beide hatten eine Radtour von Schweikershain aus über Hartha, Waldheim bis zur Talsperre unternommen. Sie arbeitet ab Montag im Burg- Café. "Ich habe viel Interessantes erfahren, besonders über die Bauphasen, und kann mein Wissen nun auch an die Besucher weitergeben. Einige haben manchmal Fragen zur Geschichte und da ist es gut, wenn ich einiges weiß", sagt Dagmar Arnold, die sich für die Historie interessiert und auch von den mittelalterlichen Veranstaltungen auf der Burg begeistert ist. "Ich war überrascht, wie viel die Familie Niethammer in Kriebstein getan hat und dass sie so sozial eingestellt war". In ihrer Freizeit besucht das Ehepaar auch die umliegenden Burgen und Schlösser und war bereits in Rochlitz und auf Burg Mildenstein. (fun)


"Besser als nur Infotafeln"

Steffen Ahrens und Freundin Anja Schultze haben die Führung gleich mit einer Tageswanderung in Ringethal verbunden. Sie kommen aus Halle und Leipzig und erkunden gern in ihrer Freizeit Burgen und Schlösser. "Wir nutzen dann meistens Führungen, weil man da viel mehr erfährt, als wenn man alleine loszieht und nur Infotafeln zum Lesen hat", stellt Steffen Ahrens fest. Seine Freundin hatte im Radio von der Baumeister-Führung gehört und sie beide sogleich angemeldet. "Interessant fand ich auch den Ausflug an der Zschopau und dass hier Kormorane leben und wie sie auf Fischfang gehen. Der Baumeister wusste viel über die Vergangenheit und die Anekdoten sowie die Geschichten über die Familie Niethammer haben die Führung lebendig gemacht", berichtet Anja Schultze. Auch waren beide vom Festsaal begeistert. (fun)

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