Kein Baustart für Problemstraße in Sicht

Seit Jahren warten die Mittweidaer auf die Sanierung der Waldheimer Straße. Doch noch immer fehlt es dort an Baurecht.

Mittweida.

Ein Baustart für die Instandsetzung der seit Jahren maroden Waldheimer Straße ist nach wie vor nicht in Sicht. Hatte das für die Kreisstraße zuständige Landratsamt im vergangenen Jahr noch Hoffnungen auf einen Sanierungsbeginn im Jahr 2019 oder 2020 gemacht, nennt Kreissprecher André Kaiser auf Nachfrage nun keinen konkreten Termin mehr. "Derzeit läuft das Baurechtsverfahren. Der Abschluss kann noch nicht benannt werden. Der Bau der Stützwand wird sich voraussichtlich verschieben."

Auch die nötigen Fördermittel des Freistaats seien noch nicht bewilligt, so der Kreissprecher. Ob das Landratsamt überhaupt einen entsprechenden Antrag eingereicht hat, sei der Stadtverwaltung nicht bekannt, sagt Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). Eine Nachfrage ließ das Landratsamt am Montag unbeantwortet.

Ohne Förderung können Landkreis und Stadt die Sanierung nach eigenen Aussagen nicht stemmen. "Die Kosten allein für die neu zu errichtenden Stützwände liegen bei über 2,2 Millionen Euro", erläutert Kaiser. Das Landratsamt geht von Gesamtkosten für Stadt und Landkreis in Höhe von 3,6 Millionen Euro aus. Je nach Startdatum rechnet das Landratsamt mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. "So viele Jahre hatten wir bislang nicht angenommen", sagt indes Schreiber.

Zur Verzögerung des Baubeginns beigetragen hat, dass der Baustellenbereich ein sogenanntes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) berührt. Innerhalb eines Planfeststellungsverfahrens musste daher geprüft werden, welche Auswirkungen der Bau auf die umliegende Natur hat. Die Unterlagen mit dem letzten Stand seien im Dezember bei der Landesdirektion eingereicht worden, so Kaiser. Nun liefen Abstimmungen über Ergänzungen und Überarbeitungen.

Eine weitere Unwägbarkeit sei indes geklärt worden, sagt Schreiber. Da auf beiden Seiten der Straße Gehwege gebaut werden sollen, gab es Abstimmungsbedarf mit Eigentümern, deren Grundstücke an den Straßenrand grenzen. "Dazu besteht aus unserer Sicht bereits seit einiger Zeit Einvernehmen", so der Stadtchef. Mündlich hätten die Besitzer ihr Einverständnis erteilt. "Das Schriftliche wollen wir auf Basis der aktuellen Planung erledigen, damit sie genau wissen, zu was sie ihre Zustimmung geben." (mit jl/rict/fpe)


Schlechter Zustand seit 2002

Seit nunmehr 17 Jahren dauern die Probleme mit der Waldheimer Straße an. Eine Chronik der Ereignisse:

2002: Nachdem kurz nach dem Abzweig zur Kläranlage ein Teilstück der Waldheimer Straße wegbricht, wird die Strecke halbseitig gesperrt. Eine behelfsmäßige Ampel wird aufgestellt. Sie regelt acht Jahre lang den Verkehr.

2010: Das Landratsamt gibt grünes Licht für die Sanierung. Für 1,6 Millionen Euro werden bis Oktober 2011 rund 250 Meter Straße und eine 25 Meter lange Stützwand gebaut.

2013: Weil die Stützwand am Berg wegzurutschen droht, wird die Straße dort halbseitig gesperrt.

2017: Nachdem die marode Stützwand im Februar teils einstürzt, wird die Straße zunächst voll gesperrt. Um das Absacken der Straße zu verhindern, sichern Bauarbeiter die Mauer mit Stahlstreben. Weil die Mauer weiterhin einsturzgefährdet ist, bleibt die Straße jedoch halbseitig gesperrt. Im Frühjahr reichen Mittweidaer Bürger eine Petition mit rund 400 Unterschriften beim Landratsamt ein. Gefordert wird, dass die Sanierung der Waldheimer Straße oberste Priorität bekommen soll. Doch bis heute ist die Straße baufällig. (lkb mit fpe)

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