Kreis erhält Millionen für Radwegebau

Mit der Tagestemperatur steigt auch die Anzahl der Fahrradfahrer auf den Straßen in Mittelsachsen. Aber für die Pläne in Mittelsachsen gibt es Kritik.

Mittweida/Frankenberg.

Zwei Radweg-Projekte will das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in diesem Jahr in Mittelsachsen fördern. Wie Pressesprecherin Kathleen Brühl erläutert, handelt es sich zum einen um den Radweg von Halsbrücke über Tuttendorf nach Freiberg. Der erste Abschnitt beim Umbau des ehemaligen Bahndamms, für den 391.000 Euro veranschlagt sind, soll mit fast 352.000Euro bezuschusst werden. Das zweite Vorhaben ist der voraussichtlich 57.000 Euro teure Ausbau des Radweges von der Ringstraße in Döbeln bis zum Sportplatz Neudorf, der ebenfalls zu 90 Prozent unterstützt werden soll.

Darüber hinaus liegen dem Ministerium den Angaben der Referentin zufolge noch Förderanträge aus dem Vorjahr für den zweiten Abschnitt des Bahndamm-Umbaus zwischen Halsbrücke und Freiberg (Gesamtkosten 224.000 Euro), die Instandsetzung des Radwegs Niederschöna-Hetzdorf zur Bundesstraße173 (195.000 Euro) und für den Neubau eines Geh-Radwegs von Oederan zum Ortsteil Börnichen (annähernd 280.000 Euro) vor.


Rein nach den Zuschüssen aus Dresden zu urteilen, schneidet Mittelsachsen beim Radwegbau hervorragend ab. So sind voriges Jahr rund 2,8 Millionen Euro in den Landkreis geflossen. Das war mehr als ein Drittel der knapp 7,5 Millionen Euro, die 2018 in Sachsen für diesen Zweck ausgezahlt worden sind. Allein der Chemnitztalradweg zwischen Markersdorf und Diethensdorf wurde mit gut 1,5 Millionen Euro gefördert, die Stadt Frankenberg erhielt rund 1,2 Millionen Euro für den Geh- und Radweg Birkenwäldchen und die Brücke über die B 169.

Auch 2017 erhielt der Landkreis mit rund 500.000 Euro ein großes Stück vom sächsischen Radweg-"Förderkuchen", der gut 2,5 Millionen Euro groß war. Und 2016 war es gar reichlich die Hälfte desLandesbudgets für Radwege; für den Chemnitztalradweg wurden fast 860.000 Euro überwiesen.

Dennoch ist Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) mit der Entwicklung in Mittelsachsen nicht zufrieden. Der ADFC-Geschäftsführer hadert insbesondere mit der Radwegekonzeption, die der Kreistag im Dezember abgesegnet hatte. "Es wurde nur das touristische Netz abgedeckt. Weitergehende Fragen etwa zu Verkehrssicherheit, Schulwegen und Verknüpfung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr wurden ausgeblendet", urteilt der Fachmann.

Der ADFC habe das Ministerium bereits im April 2018 gebeten, so Krause, den Landkreis darauf hinzuweisen, "dass ein Radverkehrskonzept vollwertig sein muss, das heißt sowohl den Alltags- als auch den touristischen Radverkehr abdecken muss." Beispiele böten die Städte Chemnitz und Leipzig sowie die Landkreise Bautzen und Zwickau. Stückwerk solle nicht gefördert werden, da sonst das Risiko bestehe, "dass später kostenintensiv nachgerüstet oder umgebaut werden muss". Darüber hinaus seien in Mittelsachsen "nahezu keine gesellschaftlichen Akteure eingebunden" worden. Das betreffe beispielsweise die Bürgerinitiative zum Striegistalradweg. Der ADFC hätte eine wirkliche Bürgerbeteiligung begrüßt.


Polizei rät zum Fahrradhelm - auch wenn er keine Pflicht ist

Fahrräder müssen laut Straßenverkehrszulassungsordnung einen weißen Frontrückstrahler, einen Scheinwerfer, Reflektoren an beiden Rädern, eine rote Schlussleuchte, einen roten Rückstrahler, eine helltönende Glocke und zwei voneinander unabhängige Bremsen haben. "Zudem sollte jeder auch sein Rad auf Funktionsfähigkeit prüfen, quasi einen Frühjahrscheck machen", rät Jana Ulbricht von der Polizeidirektion Chemnitz.

Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme legt die Pressesprecherin auch Radfahrern besonders ans Herz. Die Straßenverkehrsordnung gelte für alle Verkehrsteilnehmer.

Eltern sollten darauf achten, dass die Räder ihrer Kinder die richtige Größe haben, so Ulbricht: "Wenn die Kinder auf dem Sattel sitzen, sollten sie einen Fuß auf der Fahrbahn abstellen können."

Zu empfehlen sei ein Fahrradhelm - auch wenn keine Helmpflicht bestehe. Er könne bei einem Unfall oder Sturz Verletzungen verhindern oder deren Schwere mildern. "Eltern sollten beim Helm ein Vorbild für ihre Kinder sein", rät die Polizeihauptkommissarin. Da Kinder schnell wachsen, sollten bei ihren Helmen die Einstellung und der richtige Sitz vor der neuen Radsaison überprüft werden. (jan)

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