Kreis setzt auf neue Willkommensschilder

Die Tafeln begrüßen Autofahrer an 40Stellen in Mittelsachsen. Rund 4000 Euro hat der Ersatz der kritisierten Schilder gekostet. Was bringt es?

Freiberg/Hirschfeld.

Es grenzte an einen Schildbürgerstreich: Ende 2014 ließ der Landkreis an 68 Stellen in Mittelsachsen Willkommensschilder aufstellen. Doch die gut gemeinte, insgesamt 8000 Euro teure Werbeaktion zog monatelange heftige Diskussionen nach sich. Nicht nur Grafiker kritisierten, dass die Schilder in der Größe eines Ortseingangsschildes ihre Wirkung verfehlen. Denn Autofahrer konnten die kleine Schrift auf den Empfangstafeln im Vorbeifahren kaum entziffern. Jetzt, fünf Jahre später, hat die Kreisverwaltung an 40"Eingängen" des Landkreises neue Schilder für rund 4000 Euro aufstellen lassen.

Und die neuen Tafeln berücksichtigen die Kritik an ihren Vorgängern. Auf den Abdruck der Internetadresse des Landkreises und den Umriss des Kreises wurde verzichtet. Dafür stechen jetzt der Schriftzug "Willkommen Landkreis Mittelsachsen" und das Kreiswappen hervor. Die Schilder wirken deutlich übersichtlicher und ansprechender.

Hintergrund ist, dass mehrere alte Schilder wegen Diebstählen, Vandalismus oder auch Unfällen erneuert werden mussten, wie André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes in Freiberg, auf Anfrage von "Freie Presse" sagt. Neue Schilder stehen beispielsweise an der B 173 in Hetzdorf und in Niederwiesa, auf der B101 in Siebenlehn sowie an der Kreisstraße nach Hirschfeld (in Richtung Deutschenbora/Autobahn 14). Auf die Frage, ob die Kreisbehörde mit der neuen Gestaltung der Willkommenstafeln auf die Kritik der Autofahrer reagierte, erwidert Kaiser: Die Gestaltung ist lediglich an das aktuelle Corporate Design, also das einheitliche Erscheinungsbild des Kreises, angepasst worden.

Der Augustusburger Steffen Morgenstern gehörte vor fast fünf Jahren zu den Kritikern der alten Kreis-Eingangsschilder. "Wenn ich mit 100Sachen unterwegs bin, kann ich kaum etwas oder gar nichts erkennen", sagte er 2015. Sein jetziges Urteil? "Auf jeden Fall ist das neue Schild beim Verlassen des Kreises besser lesbar", so der 65-Jährige. Allerdings müsse die "Willkommen"-Seite mehr Text "verkraften". Trotzdem finde er, "dass die Schilder niemand wirklich braucht". Die braunen Autobahn-Schilder als Hinweis zu Sehenswürdigkeiten oder zum "Weltkulturerbe Erzgebirge" hingegen befürwortet er. "Darunter kann man sich etwas vorstellen, und ein bisschen Stolz ist auch dabei", so Morgenstern. "Aber Besucher fahren nach Augustusburg oder Freiberg, jedoch nicht in den Landkreis Mittelsachsen." Wenn die Kreisbehörde Geld ausgeben wolle, gebe es garantiert bessere Möglichkeiten.


Kommentar: Keine Hauruck-Aktion

Sicher kann man sich über den Sinn der Willkommensschilder des Landkreises streiten. Doch in den vergangenen knapp fünf Jahren haben sich viele Autofahrer an die Begrüßungstafeln gewöhnt - und freuen sich nach Reisen darüber, wieder in Mittelsachsen zu sein.

Zu begrüßen ist, dass die in die Kritik geratenen Schilder mit der winzigen Schrift nicht in einer kostspieligen Hauruck-Aktion ausgetauscht worden sind. Vielmehr werden zunächst nur die beschädigten oder gestohlenen Willkommen- und Abschied-Tafeln ersetzt. Das hat Sinn.

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