Neue Schulspinde: Miete könnte etwas preiswerter werden

Die Stadt Frankenberg hat sich für die Neuanschaffung ein zweites Angebot eingeholt. Nur das Luther- Gymnasium behält seine alten Schränke.

Frankenberg.

Nach Elternbeschwerden und Reaktionen der Schulen hat sich die Stadt Frankenberg nun ein Gegenangebot für die Erneuerung der Spindschränke in den städtischen Schulen eingeholt. Künftig sollen die Vergabe und Organisation der Spind-Schränke nämlich an ein Unternehmen übergeben werden. Die Eltern müssten dann für die bisher kostenlosen Schränke zahlen.

Betroffen sind die Erich-Viehweg-Oberschule und die Astrid-Lindgren-Grundschule. Die Schulleitung des Luthergymnasiums hat diese Umorganisation abgelehnt. "Wir hatten uns bereits im Vorfeld eine Meinung gebildet", erklärte Ingo Pezold, Leiter des Luthergymnasiums. Die Spinde in der Einrichtung seien in Ordnung und müssten derzeit nicht ausgetauscht werden. Deshalb sei mit der Stadt die Ausnahmeregelung für das Gymnasium vereinbart worden. "Die neuen Spinde sind erst einmal auf Eis gelegt, die alten bleiben für die Eltern kostenlos", so Pezold.


In den anderen beiden Einrichtungen sollen die neuen Spinde laut Sandra Saborowski, Bildungsmanagerin der Stadt, in den diesjährigen Sommerferien aufgestellt werden. Vor allem in der Astrid-Lindgren-Grundschule sind die derzeitigen Schränke für die Schulranzen zu klein. Ursprünglich sollten die Eltern 33 Euro im Jahr (plus 25 Euro einmaliger Kaution, die zurückgegeben wird) bezahlen. Mit dem Angebot einer anderen Firma würde es für die Eltern etwas billiger. "Die neuen Verträge würden etwa 27 Euro pro Jahr vorsehen", so die Bildungsmanagerin. Einen Geschwisterrabatt gebe es allerdings nicht. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses des Eigenbetriebes "Bildung, Kultur und Sport" wurde deshalb vorgeschlagen, den alten Vertrag aufzulösen.

"Wir haben auch geprüft, was es die Stadt kosten würde, wenn sie die Spinde kauft", sagte Sandra Saborowski. Allein für die Viehweg-Oberschule wären das mehr als 60.000 Euro. Für Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) kommt das nicht in Frage. Er möchte das Geld lieber in Lehr- und Lernmittel investieren.

Allerdings soll es für die Eltern, die keinen Spind für ihr Kind mieten möchten oder können, eine Alternative geben. Dazu habe es bereits eine Begehung in den Schulhäusern gegeben, erklärte Sandra Saborowski. So sollen Garderobenhaken in den Klassenzimmern zum Aufhängen der persönlichen Sachsen angebracht werden. Wo es möglich ist, könnte dafür auch ein separater Raum eingerichtet werden. Bis Mitte Mai sollen diese Alternativen dem jeweiligen Elternrat und den Schulleitungen vorgestellt werden. Anschließend erhalten die Eltern einen Elternbrief mit allen notwendigen Informationen.

Frank Hommel, Linke-Stadtrat und Ausschussmitglied, hat kein Verständnis dafür, dass die Eltern für die neuen Spinde zur Kasse gebeten werden. "Was spricht dagegen, wenn wir das als Schulträger bezahlen, immerhin besteht die Schulpflicht, da müssen wir auch Unterbringungsmöglichkeiten anbieten", argumentierte er. Laut Firmenich würden dafür Garderobenhaken genügen. "Wir bieten den Eltern schließlich eine Komfortvariante an", sagt er.

Das Thema neue Spinde hatte bereits Anfang des Jahres für Aufregung bei den Eltern gesorgt. Sie hatten in einem Elternbrief von dem Vorhaben der Stadt erfahren. Beschlossen hatte die Neuorganisation der Eigenbetrieb "Bildung, Kultur und Sport" im September vergangenen Jahres. Der Stadtelternrat hatte im Oktober 2016 der Anmietung der Spinde zugestimmt. Ursprünglich sollten die Spinde schon im Februar dieses Jahres eingeführt werden. Aufgrund vieler offener Fragen und weiterem Abstimmungsbedarfes war die Einführung verschoben worden.

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