Neugier auf Töne und Klänge

Das Konzept für das neue Silbermannmuseum in Frauenstein nimmt Formen an. Das Gebäude dafür stellt die Planer vor Herausforderungen - nicht nur im Kellergewölbe. Knapp 2 Millionen Euro soll das gesamte Vorhaben kosten.

Frauenstein.

Es ist die Neugier auf Töne und Klänge und auf einen Mann, dessen Orgeln aus der Barockzeit zu den besten im mitteldeutschen Raum zählen. Diese Neugier mit einer modernen Ausstellung zu befriedigen, das treibt die Planer und Gestalter des neuen Museums über den Orgelbauer Gottfried Silbermann an. Es soll in Frauenstein an exponierter Lage - am Markt - entstehen. Dieses Projekt aber erweist sich für Frauenstein als Herausforderung. Denn die kleine Stadt im Osterzgebirge steckt, einschließlich Fördermitteln aus regionalen und Landesprogrammen, knapp 2 Millionen Euro in das Vorhaben. Der kommunale Eigenanteil liegt bei etwa 253.000 Euro, stellte Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) nun der Öffentlichkeit die aktuellen Zahlen vor.

Die wiederum ergeben sich aus den Planungen der Fachleute, die den Bauzustand des denkmalgeschützten Gebäudes untersuchten und die nicht nur positiven Entdeckungen für die Sanierung dokumentierten. Denn das in der Zeit des Historismus entstandene Eckhaus muss von Grund auf neu konzipiert und ausgebaut werden. Inzwischen präsentiert es sich weitgehend entkernt, auch Gewölbe wurden freigelegt, erläutert Silke Grombach, Architektin bei Bau-Entwurf Pirna. Das Planungsbüro erstellte das Konzept in Partnerschaft mit Heiz-Haus Architektur Dresden.

"Das Haus steht nicht durchgängig auf Fels, sondern teilweise auf losem Geröll", erklärt Silke Grombach. Die Außenwände zeigten sich hinter der Sandsteinfassade teilweise als lose verbundene Bruchsteine und hochkant vermauerte Ziegel. "Es erfordert beträchtliche Aufwendungen, um die Kellergewölbe und Außenwände zu verfestigen", sagt sie. Die Kellergewölbe gehen offenbar noch auf einen Vorgängerbau zurück. Doch auf den Erhalt der Gewölbe komme es an, da dort die Stadtgeschichtsschau ihren Platz finden soll.

Stadt, Planer und Denkmalbehörde fanden nun einen Kompromiss dafür, die Räumlichkeiten trotz einer unter zwei Meter liegenden Deckenhöhe zu nutzen. Im Hauskonzept enthalten sind zudem ein zweiter Rettungsweg, der die angrenzende Grundschule einbezieht. Während in einem Kellerraum der Heizöltank seinen Platz finden müsse, werde die Lüftungstechnik im Dachgeschoss untergebracht.

Etwa ab Ende 2020 soll das Gebäude Leben und Wirken von Gottfried Silbermann - wie bislang als einzige Personalschau über den Orgelbauer - und die Geschichte Frauensteins präsentieren. "Beeindrucken und zum Staunen bringen wollen wir die Besucher", formuliert es die Architektin. Silbermanns wahres Werk sei dann zu erfassen, wenn die Besucher die Orgel als Königin der Instrumente verstehen lernten. Als Herzstück des künftigen Museums erhält deshalb die Kopie der Silbermannorgel in einem neu angelegten Konzertsaal mit Galerie ihren Platz. Ziel sei, die "Königin" auf ein Podest zu heben. Die Ausstellung zu Silbermann selbst wollen die Fachleute - so sieht es das Konzept vor - auf der Galerie vornehmlich anhand von Geschichten präsentieren.

Eine Stadtinformation werde im Erdgeschoss Platz finden. Auch das Museumsdepot bekommt dort Räume, die Sanitäranlagen ebenso. Und in den Treppenaufgängen möchten die Planer die Besucher bereits einstimmen auf jenes akustische Erlebnis im Obergeschoss. "Die Innengestaltung wird fortgeschrieben, wenn das Ausstellungskonzept weiter entwickelt wurde", blickt Silke Grombach voraus. Denn diese Leistung hat die Stadt bisher nicht vergeben. Anders als die Planungen und die baulichen Vorbereitungen, die teils schon umgesetzt wurden.

Der Umzug des jetzt im Frauensteiner Schloss untergebrachten Silbermannmuseums wird laut Stadt nötig, da dieses dort bislang eingemietet ist. Der private Schlossbesitzer jedoch plant umfangreiche Bauarbeiten im historischen Gemäuer.

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