"Sabine" verursacht Ausfälle bei Zügen und Stromversorgung

Schwere Schäden hat der Sturm in der Region nicht angerichtet. Trotzdem blieb das Wetterextrem nicht folgenlos.

Kriebstein/Mittweida/Hainichen/Frankenberg.

Besonders gefordert waren die Feuerwehrleute in Kriebstein. Dort mussten die Einsatzkräfte laut Gemeindewehrleiter Sven Knechtel am Sonntagabend fünfmal ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen. Dabei seien 34 Feuerwehrleute im gesamten Gemeindegebiet im Einsatz gewesen. Zwei weitere Einsätze dieser Art habe es am Montag gegeben, dabei rückten elf Kameraden aus. Gefordert waren alle vier Ortswehren.

Vor allem im Schienenverkehr hatte der Sturm Auswirkungen. So fielen im Netz der Mitteldeutschen Regiobahn auf der Strecke der Regionalbahnlinie 45 zwischen Elsterwerda und Chemnitz über Mittweida noch bis zum frühen Nachmittag Fahrten ersatzlos aus. Auch Linien der City-Bahn waren betroffen. So war auf der C 14 zwischen Chemnitz und Mittweida am Montag zunächst kein Bahnverkehr möglich. Räumtrupps waren dort unterwegs, um umgestürzte Bäume zu entfernen. "Wir arbeiten mit Hochdruck", sagte City-Bahn-Geschäftsführer Harald Neuhaus. Erst gegen 10 Uhr war der Bahnbetrieb auf der Strecke C 15 (Chemnitz-Hainichen) wieder möglich, nachdem Räumtrupps mit Kettensägen umgestürzte Bäume entfernt hatten. "Seit 10.35 Uhr sind alle Strecken der City-Bahn Chemnitz wieder frei", sagte Pressesprecher Falk Ester.

Kritisch hatten sich Reisende dazu geäußert, dass Verkehrsmeldungen der City-Bahn nicht in der Bahn-App auftauchen. Daten von Ausfällen und größeren Verspätungen gebe die City-Bahn manuell an die DB weiter. Dort tauchten diese Daten bei der Fahrplanauskunft auf. "Trotz doppelter Besetzung bei der City-Bahn konnten die Kollegen aufgrund des Umfangs der wetterbedingten Störungen aber nicht alle Abweichungen rechtzeitig eingeben." Es werde aber beim Verkehrsverbund Mittelsachsen an einer zeitnahen Lösung zur automatischen Datenübergabe gearbeitet, so Ester. Kunden können sich aber auch unter www.city-bahn.de informieren.

Auch bei Mitnetz Strom verursachte der Sturm Ausfälle. In der Spitze waren am Montag gegen 5.10 Uhr rund 2800 Kunden in Mittelsachsen gleichzeitig ohne Strom, so Sprecherin Evelyn Zaruba. "Hauptursache für die Ausfälle waren umgestürzte Bäume sowie herabfallende Äste, die Leitungen herunterrissen."

Kaum Schäden richtete "Sabine" in Mittweida an. Der Bauhof habe laut dessen Leiter Michael Knappe lediglich einige umgeworfenen Straßenschilder wiederaufstellen müssen. Zudem sei ein Baum auf einen Radweg an der Hainichener Straße nahe der Zschopau gestürzt. Die Bauhofmitarbeiter hätten den Weg gesperrt. Der Baum solle geräumt werden, sobald der Sturm sich gelegt hat, so Knappe. Dies werde voraussichtlich am Dienstag der Fall sein. Lediglich zu einem Einsatz musste die Mittweidaer Feuerwehr laut Wehrleiter René Schröter ausrücken. Vier Mittweidaer Feuerwehrleute halfen demnach der Erlauer Wehr beim Entfernen eines Baumes, der in eine Freileitung gefallen war.

In Hainichen blieb der Stadtpark aus Sicherheitsgründen auch am Montag noch gesperrt. "Wir raten dringend davon ab, dort jetzt Spazieren zu gehen", sagte Bauhofleiter Sandro Weiß. Entsprechende Schilder habe man aufgestellt, man müsse aber noch Baumkontrollen vornehmen, gleiches gelte für den Radweg in Richtung Rossauer Wald. Schäden im Stadtgebiet sind Weiß jedoch nicht bekannt. Lediglich im Ortsteil Riechberg habe im Bereich einer Anliegerstraße zur Hammermühle ein Baum in einer Telefonleitung gehangen. Die Feuerwehr Cunnersdorf war dort im Einsatz.

In Hainichen selbst hatte die Feuerwehr einen Bereitschaftsdienst im Gerätehaus eingerichtet. "Wir hatten dort am Sonntag ab 18.30 Uhr eine Führungsgruppe und eine kleine Einheit, insgesamt neun Leute", erläuterte Sandro Weiß, der auch Stadtwehrleiter ist. "In der Nacht war allerdings nichts zu tun."

In Frankenberg bleibt der am Wochenende gesperrte Friedhof aus Sicherheitsgründen bis voraussichtlich heute noch geschlossen. Ansonsten beschränkten sich die Schäden laut Stadtsprecherin Anja Sparmann auf einen großen Ast, der Am Sportplatz auf die Straße vor einem Privatgrundstück gefallen ist.

In der Gemeinde Rossau waren bis zum Mittag keinerlei Schäden bekannt. "In unserem Gemeindegebiet ist nichts vorgefallen", sagte Bernd Wagner, Bürgermeister von Striegistal. (lkb/fa/dahl)


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