Tausalzwasser macht Beton den Garaus

Das Parkdeck hinter dem Kirchplatz in Frankenberg ist für Autos nicht mehr sicher und gesperrt. Risse haben sich gebildet. Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar.

Frankenberg.

Die Aussagen von Roland Lampe vom gleichnamigen Frankenberger Ingenieurbüro im jüngsten technischen Ausschuss ließen der Stadtverwaltung keinen Spielraum: Das Parkdeck an der Parkstraße sei nicht mehr standsicher. Daher ist es seit Freitag gesperrt. "Eine Betonstahlkorrosion kann zu einem plötzlichen Versagen der Tragwerkskonstruktion führen", sagte Lampe. "Die Verkehrssicherheit ist somit beeinträchtigt."

Ursachen des aktuellen Zustandes sind laut Gutachter zum einen konstruktive Mängel. So wurde das 1997 bis 1998 errichtete Parkdeck komplett ohne Dehnungsfugen gebaut. Wo sich diese befinden sollten, haben sich Risse gebildet. Durch diese ist zum anderen Tausalzwasser in den Beton eingedrungen. Die Folge: Der Chloridgehalt im Beton ist höher als zulässig. "Es besteht die Gefahr, dass der Betonstahl ausgefressen wird", sagte Roland Lampe.


Laut Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) wurde das Parkdeck durch die Kreissparkasse Mittweida und die Stadt Frankenberg errichtet. Bauherr war das Kreditinstitut. Die Sparkasse hatte die Planungsleistungen ausgeschrieben und ein Architekturbüro beauftragt. "Mit der Prüfung war ein weiteres Büro beauftragt, das mittlerweile nicht mehr existiert", so Firmenich. Die Stadt Frankenberg sei Besitzer der zweiten, oberen Ebene des Parkdecks sowie der Treppe und über die 25 Jahre Laufzeit für deren Unterhaltung zuständig. "Die Verträge enden planmäßig im Jahr 2022", sagte Firmenich. "Darüber hinausgehende Vereinbarungen müssen zwischen Stadt und Sparkasse neu verhandelt werden." Grund und Boden gehöre der Sparkasse.

Während die Stadt ihre Teile des Parkdecks sperren ließ, standen am Montag noch viele Autos zu ebener Erde unterhalb des unsicheren Tragwerks. Laut Firmenich sind diese Stellplätze durch die Sparkasse vermietet. Mieter hatten sich über abgeplatzten Beton und Ablagerungen beschwert und damit den Stein der Untersuchung erst ins Rollen gebracht. "Zum Parkdeck sind wir mit der Stadt Frankenberg in enger Abstimmung zum weiteren Vorgehen", sagte am Montag Indra Frey, Pressesprecherin der Sparkasse Mittelsachsen. Zu vertraglichen Vereinbarungen gab sie keinerlei Auskunft. Auch "Freie Presse"-Fragen zu mutmaßlichen Planungsfehlern, Baukontrollen und dem weiteren Schicksal des Bauwerks blieben unbeantwortet.

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