Veganer Bauer gibt sein Wissen weiter

Daniel Hausmann bewirtschaftet einen Bio-Hof in Breitenborn, ganz ohne Tiere und deren Produkte. 2017 startet er ins dritte Jahr des Gemüseanbaus - und plant ein Bildungsprojekt mit Kindern und Jugendlichen.

Breitenborn.

Mit der Petersilie und dem Dill hatte Daniel Hausmann in der vergangenen Saison so seine Probleme, beide wollten nicht recht gedeihen. Dieses Jahr setzt er auf Jungpflanzen. Auch bei den Zucchinis gibt es eine Neuerung: Zwei Reihen im Vorjahr waren zuviel, Hausmann reduziert auf 1,5 Reihen. "Ich freue mich darauf, die Sachen besser zu machen, die vergangenes Jahr schiefgegangen sind. Man lernt einfach jeden Tag dazu", sagt der Landwirt aus Breitenborn.

Seit 2015 baut der 26-Jährige Gemüse an. 2012, nach dem Tod seines Vaters, hatte er den Hof übernommen und bewirtschaftet das Areal nun zusammen mit seiner Mutter Jana Hausmann. Das Besondere: Der Landwirt arbeitet "vegan", hält also keine Tiere und setzt auch keine tierischen Produkte wie Dung oder Haar- und Federmehlpellets ein. Stattdessen setzt er zum Düngen auf kompostiertes Kleegras. Zudem sind die Erzeugnisse "bio", es werden keine Pestizide oder chemisch-synthetische Dünger verwendet.


Das Wissen, das sich der junge Bauer und Absolvent eines Hochschulstudiums "Ökolandbau und Vermarktung" angeeignet hat, möchte er nun an Kinder und Jugendliche weitergeben. Gemeinsam mit dem Leipziger Verein "Ökolöwe" plant Hausmann ein Projekt zur Umweltbildung. Am 15. Juni sollen zunächst Erzieher und Lehrer aus der Umgebung eingeladen werden. Bei dem Seminar mit Fachreferenten will man gemeinsam erörtern, wie den Kindergartenkindern und Schülern das Thema Landwirtschaft nahegebracht werden kann. So kann er sich etwa vorstellen, dass sich die Kinder im Herbst mit der Kartoffel beschäftigen und gemeinsam mit ihm etwas zum Anbau und zur Ernte der Knolle erfahren.

Sein Hof soll den jungen Wissbegierigen später offen stehen. Jedem anderen Interessierten bietet sich bereits jeden ersten Samstag im Monat die Möglichkeit, den Hof bei einem Rundgang kennenzulernen und wie unter der Woche von 16 bis 18 Uhr im Hofladen Waren zu kaufen. Den Laden im ehemaligen Kuhstall des Hofes hat er im vergangenen Jahr eingerichtet.

Zum Sortiment gehören zahlreiche Gemüsesorten, Kartoffeln, Obst und Getreide. Insgesamt bewirtschaftet die Familie eine Fläche von circa 25 Hektar, auf 0,6 Hektar wird Gemüse angebaut. "Als jetzt die Winternässe raus war, haben wir gepflügt und den Boden bearbeitet. Sobald es trockener ist, säen wir den Hafer aus und dann geht es auf den Gemüsefeldern los", sagt Daniel Hausmann. Tomaten und Paprika sind schon in Schalen gesät. In Kürze sollen bestellte Jungpflanzen eintreffen: Petersilie, Salate, Kräuter, Schnittlauch, Rucola, Kohlrabi. "In unserem Folientunnel wird es schon richtig Frühling, hier sind um die 20 Grad", berichtet der Bauer. Asia-Salat, Feldsalat und Postelein wachsen dort derzeit. Im Frühjahr geht es ans Pflanzen, geerntet wird von Ende Juni bis in den Oktober hinein.

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