Verwaiste Pfarrstelle wieder besetzt

Klaus Tietze ist auch zweiter Pfarrer im Kirchspiel Waldheim-Geringswalde, das kürzlich gegründet wurde.

Geringswalde/Waldheim.

Für die evangelischen Christen Geringswaldes und umliegender Gemeinden ist die Zeit vorbei, in der andere Geistliche vertretungshalber Gottesdienste gehalten haben. Pfarrer Klaus Tietze hat seinen Dienst im Kirchspiel Waldheim-Geringswalde angetreten. Drei Jahre suchte die Landeskirche nach einem Nachfolger für Ulf Peters, der im August 2013 nach Olbernhau berufen worden war.

Nun übernimmt der 59-jährige gebürtige Karl-Marx-Städter in Geringswalde das Ruder. Tietze bringt Erfahrungen aus der Arbeit für die Gemeinschaft Moritzburger Diakoninnen und Diakone mit, belegte eine pädagogisch-theologische Ausbildung mit Diplom eines Religionspädagogen, und bestritt seine ersten Berufsjahre in Callenberg. 1985 zog es ihn ins Mecklenburgische, in die Stadt Kröpelin nahe Bad Doberan, später in drei Dorfgemeinden am Rande von Schwerin. Etwas mehr als 23 Jahre, von denen er noch heute schwärmt. "Ich habe mein halbes Dienstleben im Norden mit seinen kleinen beschaulichen Dörfern und unverbauter Landschaft verbracht.

Und ich hätte mir nicht vorstellen können, jemals dort wegzugehen", sagt der Gottesmann. Die Weichen sollten aber neu gestellt werden, und so folgte er 2009 dem Ruf der Diakonengemeinschaft, die ihn für das Amt des Gemeinschaftsältesten vorgesehen hatte. Eine anspruchsvolle und erfüllende Aufgabe, wie Tietze sagt. "Dahinter steht die Organisation des geistlichen Lebens der rund 550 Mitglieder mit der Vielzahl seelsorgerischer Aufgaben bis hin zur Vorbereitung kirchlicher Großveranstaltungen."

Gleichwohl war Tietze die Endlichkeit seiner Zeit in Moritzburg bewusst. "Das Ältestenamt ist ein rotierendes und auf etwa zehn Jahre ausgelegt. Ich musste mir überlegen, ob ich bis zum Eintritt in den Ruhestand eine halbe Amtszeit als Gemeinschaftsältester dranhänge, oder mich neu orientiere." Im Ringen um eine Lösung kam ihm die Entscheidung der Landeskirche entgegen, den Diakon aufgrund seiner Lebens- und Diensterfahrung in den Pfarrdienst zu übernehmen. "Ich stimmte ohne Zögern der Entsendung zu, damit stand mir Geringswalde offen." Tietze richtete sich mit seiner Frau Christine im Pfarrhaus ein. "Ein Riesenlob an die Kirchgemeindevertretung", so der Pfarrer. Es sei alles getan worden, ihm die Wege in der neuen Heimat zu ebnen. Nun möchte er zunächst das Kirchspiel kennenlernen. Ihm ist das Maß dessen, was auf ihn zukommt, bewusst. "Ich halte es da jedoch mit Psalm 23, in dem es heißt 'Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln'. Es sortiert sich vieles im Laufe der Zeit."

Die Ordination von Klaus Tietze findet am 11. September, 14 Uhr unter Leitung von Superintendent Arnold Liebers in der Martin-Luther-Kirche Geringswalde statt.


Das Kirchspiel

Zum Seelsorgebezirk des Kirchspiels Waldheim-Geringswalde gehören Waldheim, für das Pfarrer Reinald Richber zuständig ist, mit den Gemeinden Grünlichtenberg und Knobelsdorf-Otzdorf sowie Geringswalde. Hier wird sich Pfarrer Klaus Tietze mit den Dörfern Aitzendorf, Altgeringswalde, Arras, Ceesewitz, Dittmannsdorf, Hermsdorf, Hoyersdorf, Methau, Spernsdorf, Zettlitz und Zschaagwitz um die Kirchgemeindeglieder kümmern. Zudem gehört in seinen Zuständigkeitsbereich der Verbund Reinsdorf-Beerwalde-Tanneberg.

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