Vor allem geschätzt: Die Ruhe im Dorf

Mein Rossau Wie lebt es sich in dem Ort samt den Ortsteilen? Das wollte die "Freie Presse" von Einwohnern wissen. Es gibt vor allem viel Lob.

Rossau.

Heike Knebel wohnt seit 1989 im Rossauer Ortsteil Seifersbach und will dem Dorf nicht den Rücken kehren. "Wir haben eine herrliche Umgebung mit viel Freiraum und Grün", sagt sie. Seit 1992 ist die Diplommedizinerin als praktische Ärztin in Seifersbach tätig. Beruflich und privat schätzt sie, dass sich die Menschen im Ort kennen. Es gebe, im Gegensatz zum Leben in der Stadt, Ruhe und eine dörfliche Gemeinschaft. Man wisse, wer die Nachbarn sind und wie die Leute ticken. Bisher sei auch die Altersstruktur in der Gemeinde gesund. "Für die Menschen ist es angenehm, wenn sie Kindertagesstätte und Schule im Ort haben", so die Seifersbacherin. Der Erhalt dieser Einrichtungen halte junge Familien vom Wegzug ab.

Maria Harthun ist 28 Jahre alt und wohnt in Greifendorf. "Der größte Teil der Menschen, die mein soziales Umfeld ausmachen, lebt im Ort und der näheren Umgebung", sagt die junge Frau. Sie sei im Dorf aufgewachsen, die Jugendlichen organisierten in einem Verein ihre Freizeit. Alle engagierten sich zudem für die Gemeinde. Aktuell beteiligten sich die jungen Leute zum Beispiel daran, den Kinderspielplatz neu herzurichten. Vereine stellten zudem viel auf die Beine. Der ganze Ort feiere gern. Derzeit freuten sich alle auf das Sommerfest am 24. August. Dank der zentralen Lage von Rossau seien überdies Städte wie Mittweida, Chemnitz, Dresden und Leipzig in kurzer Zeit erreichbar. Um ihren Heimatort nicht verlassen zu müssen, hat Maria Harthun erst den Arbeitsweg nach Annaberg-Buchholz in Kauf genommen, inzwischen pendelt sie nach Dresden. "Ich kann im Dorf wohnen bleiben, komme schnell hin und her, das ist doch ideal", sagt die Greifendorferin.


Ariano Blanik fühlt sich in Rossau auch sehr wohl. "Es ist ein kleines, ruhiges Dorf, von dem aus man gut in die Städte im Umkreis kommt", sagt der 22-Jährige. Die verkehrsmäßige Anbindung an Mittweida, Hainichen und Chemnitz sei gut. Auch Leipzig und Dresden seien in akzeptabler Zeit erreichbar. In Rossau bietet das Speicherbecken mit Wasserskianlage vor der Haustür beste Bedingungen für Sommersportarten, die ihn seit der Kinderzeit begeistern. Vor rund 15 Jahren habe er erstmals mit den Eltern Wakeboard- und Wakeskatefahren ausprobiert, so Blanik. Der Wassersport wurde fortan für ihn zum Hobby. Später begann er, auch für Wettbewerbe zu trainieren. Bei der offenen deutschen Wakeskate-Meisterschaft am Wochenende in Rossau belegte Blanik bei den Männern in seiner Altersgruppe Position drei.

Hella Lässig ist vor 65 Jahren mit ihrem Mann zugezogen. Er sei als Revierförster nach Rossau versetzt worden, erzählt die Rentnerin. Dem Ehepaar gefiel es, 1997 kauften sie das Haus in Moosheim, in dem sich die ehemalige Dienstwohnung befand. Sie fühlen sich wohl im Rossauer Ortsteil. Ihn zeichne vor allem der Zusammenhalt der Menschen aus, so Hella Lässig. Wer Hilfe brauche, könne auf seine Nachbarn bauen. "Ich kann auch in der Nacht anrufen, und es ist jemand für mich da", sagt sie. Das Wohnhaus ist zwar im Sommer vom dichten Grün abgeschirmt, sodass sie die Häuser der Nachbarn kaum sieht. Trotzdem werden die Kontakte gepflegt. Bürgermeister und Gemeindeverwaltung hätten für die Bedürfnisse der Menschen in den Ortsteilen ebenfalls offene Ohren. "So kommt es, dass im Winter der Schneepflug die Straßen sogar bis zu uns räumt."

Erwin Braune aus Weinsdorf lobt ebenfalls den Zusammenhalt der Menschen im Ort. Die herrliche Landschaft ist ein weiterer Grund, warum er bisher immer gern in seinen Geburtsort gelebt hat. Das Wichtigste seien aber die Menschen. Die Einwohner in den Rossauer Ortsteilen hätten viele Möglichkeiten, das Dorfleben zu gestalten, und sie nutzten diese. Beispiele dafür seien der Geschichtsverein, dessen Vorsitzender er ist, der Heimatverein, die Feuerwehr oder der Posaunenchor. In den Gemeinschaften treffe man sich zu Versammlungen, bespreche, plane und organisiere Aktivitäten und Feste. Vieles habe Tradition, wie Kinderfeste oder Kirmes.

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