Warum eine Schule noch heute zwei Städte bildet

Ein Angebot des Gellert-Museums lockt auch die Frankenberger Schüler an. Die Sparkassen-Stiftung findet die Idee gut und finanziert diese Aktion.

Hainichen.

Die Sechstklässler der Frankenberger Erich-Viehweg-Oberschule sind in der ersten Woche des neuen Schuljahres schon Stammgäste in Hainichen. Sie nutzen ein museumspädagogisches Angebot des Gellert-Museums, dass beide Städte miteinander verbindet. Es geht um die moderne Papierherstellung mit Holzschliff. Erfunden hat dies Hainichens Ehrenbürger Friedrich Gottlob Keller (1816 bis 1895). Und die erste Zeitung, die dann auf aus Holzfasern hergestelltem Papier erschien, wurde wiederum in 1845 Frankenberg gedruckt.

Am Projekttag, den das Museum in der vor einigen Jahren sanierten Webschule anbietet, wird in drei Gruppen gearbeitet. Da gibt es das Papierschöpfen, bei dem jeder Teilnehmer ein eigenes Blatt Papier gestalten kann. Zur selben Zeit schleift ein andere Gruppe Kirschkerne, was Keller einst auf die Idee zu Papierfasern brachte. Und natürlich besuchen die Schüler auch Stationen, die sich Kellers Leben und Wirken widmen, so zum Beispiel den Brunnen am Rathaus. "Auch die Hainichener Grundschüler nutzen regelmäßig dieses Angebot", erklärt Museumsleiterin Angelika Fischer.

Unterstützt werden diese Projekttage von der Sparkassen-Stiftung für Soziales und Umwelt unter dem Motto "Geschichte erleben und viel Neues entdecken". Viele Kultureinrichtungen der Region bieten Schülern praktische Anknüpfungspunkte zum Unterricht bei historischen, naturkundlichen, technischen und künstlerischen Themen. Beim Projekt 2018 sind mehr als 1700 Teilnehmer aus 23 Schulen dabei, vor allem die Grundschulkinder. Ziele waren und sind auch die mittelalterliche Bergstadt Bleiberg in Sachsenburg und Burg Kriebstein.

Die Besuche sind für die Schüler kostenfrei und werden fachkundig begleitet - seit mehr als 15 Jahren. In Hainichen nahmen nun auch Daniel Postel von Stiftungsmangement und Carsten Wolf von der Sparkasse am Projekttag teil. "Selbst ich als Hainichener konnte mit den Kirschkernen noch etwas dazulernen", zeigte sich Wolf begeistert.

Die erste Webschule in der Stadt wurde laut Angelika Fischer 1853 für die Ausbildung der Hainichener und Frankenberger Weber gebaut. Der heute bestehende Bau war im Jahr 1913 als Web-, Handels- und Polizeischule eingeweiht worden.

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