Wenn der Vormarsch der Biber von Autofahrern gestoppt wird

Der Tierschutzverein in Frankenberg hat in einem Teich in Sachsenburg einen toten Nager gefunden. Die Gesamtzahl der Biber in Mittelsachsen wächst hingegen weiter an.

Sachsenburg.

Es war ein ungewöhnlicher Einsatz für den Tierschutzverein Frankenberg, als kürzlich die Meldung über einen toten Biber einging. Ein ausgewachsenes Exemplar trieb leblos im Wasser, und zwar in einem Tümpel an der Straße, die von Frankenberg zur "Fischerschänke" in Sachsenburg führt. "Wir holten ihn an den Rand und zogen das etwa 30 Kilogramm schwere Tier aus dem Wasser", erklärt Mike Sonntag, der Vorsitzende des Vereins. Er geht davon aus, dass das Tier vermutlich in den frühen Morgenstunden von einem Auto angefahren wurde. Sichtbare Verletzungen habe man nicht entdeckt. Es tropfte aber Blut aus der Nase, was eventuell auf ein Anstoßtrauma mit einem Auto hindeute. Das müsse nicht sofort zum Tod führen, dieser könne erst Minuten später einsetzen. Dies hätten Tierschützer schon oft bei verletzten Katzen beobachtet. Die genaue Todesursache des Bibers kenne man jedoch nicht.

"Ich glaube, dass der Biber nach einem neuen Revier gesucht hat und dies vielleicht hinter dem Straßengraben finden wollte", sagte Sonntag. "Es ist ja bekannt, dass Biber schon seit vielen Jahren im großen Teich am Parkplatz zu finden sind. Dieser lag nun im kleinen, vorgelagerten Teich im Randbereich." Dort ist jetzt auch noch zu sehen, wie aktiv der Biber war: Er hat an mehreren Bäumen genagt. Dem Tierschutzverein liegen auch Fotos eines lebenden Bibers vom Juli 2020 vor, die Bruno Haller dort für den Verein gemacht hat. "Ob es sich dabei um das nun tote Tier handelt, können wir aber nicht sagen", erklärte Sonntag.

Wie viele Biber es derzeit in Frankenberg gibt, ist den Tierschützern nicht bekannt. Die Population werde von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht. Von verletzten oder toten Biber habe man noch nichts gehört. Der Verein hatte den toten Biber umgehend an das Landratsamt gemeldet, weil es sich um ein streng geschütztes Tier handelt.

Sonntag erhielt inzwischen die Freigabe, den Kadaver der Tierkörperbeseitigungsanlage zu übergeben. Laut Landratsamt sind Funde toter Tiere nicht ungewöhnlich. "Die Anzahl der Biber im Landkreis erhöht sich stetig, damit steigt auch die Anzahl der Totfunde" so Pressesprecher André Kaiser. Aktuell geht das Bibermanagement in Mittelsachsen von 220 bis 245 Tieren im Kreis aus, innerhalb eines Jahres sind 14 neue Reviere hinzugekommen. Somit gibt es nun 125. (mit dahl)

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