Wie sich die Region gegen Corona wappnet

Atemschutzmasken, Desinfektionsspender, Schulungen, Aushänge und abgesagte Reisen - Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen reagieren auf das sich ausbreitende Virus.

Mittweida.

Eigentlich wollte Pier Giorgio Furlan zu Ostern seine Familie besuchen, die im Umland von Venedig lebt. Doch das lässt der in Ehrenberg lebende Künstler nun vorerst doch lieber bleiben. In Italien hat sich das Corona-Virus ausgebreitet, mehrere Menschen sind dort bereits an den Folgen gestorben.

In Mittelsachsen haben sich Verdachtsfälle auf Corona nach Angaben des Landratsamts zwar nicht bestätigt. Die Stadtverwaltung Mittweida hat dennoch erste Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Laut Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) wurden in öffentlichen Gebäuden der Stadt, etwa im Rathaus und in der Bibliothek, Desinfektionsspender installiert, auf Tafeln wird über das Virus informiert. Die Stadt habe für ihre Angestellten zudem einen Vorrat an Atemschutzmasken angeschafft. Für die Stadtverwaltung in Hainichen ist Corona indes noch kein Thema. "Ich denke, das ist beim Landratsamt in guten Händen", sagt Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). "Ich wüsste auch nicht, was wir jetzt konkret tun könnten."

Auch Regiobus sieht in Sachen Corona keinen besonderen Handlungsbedarf, so Henning Schmidt, Fachbereichsleiter Verkehr. "Wir werden unseren Mitarbeitern unterstützend Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen." Grundsätzlich müsse aber jeder Mitarbeiter für sich die Verhaltensregeln zur Ansteckungsvermeidung beachten, die etwa auch bei Grippe gelten.

"Hände waschen, desinfizieren, keine Panik machen." So knapp formuliert René Illig vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen, was jetzt zu beachten ist. Die Schnelleinsatzgruppe des DRK sei auf das Virus "gut vorbereitet, und das nicht erst seit gestern." Man habe frühzeitig mit der Schulung begonnen.

Auch das Mittweidaer Krankenhaus sieht sich laut Geschäftsführer Florian Claus gut gewappnet: "Wir haben unsere Dienstanweisungen zum Umgang mit Verdachtsfällen geschärft." Für Patienten, die mit einschlägigen Symptomen in die Notaufnahme kommen, gebe es Grippe-Schnelltests. Fallen diese negativ aus, "dann gehen Alarmglocken an" und spezielle Corona-Tests folgen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, würden Betroffene ins Klinikum Chemnitz gebracht.

Dass Teile der chinesischen Wirtschaft von der Epidemie besonders betroffen sind, schlägt sich beim Flugzeugteilehersteller Cotesa in Mittweida nieder. In China sitzt der Konzern, dem das Unternehmen mehrheitlich gehört. "Bereits seit Anfang Februar sind bis auf weiteres alle Dienstreisen nach China sowie Reisen von chinesischen Kollegen nach Deutschland abgesagt", so Geschäftsführer Christian Bartsch. Betroffen ist auch der Aufbau eines neuen Werks in der Region Changzhou. Das blieb ab Ende Januar zunächst geschlossen. "Seit einigen Tagen dürfen die Mitarbeiter wieder hinein, um den Aufbau voranzutreiben", so Bartsch. Der ursprünglich für den 11. März geplante Start der Produktion sei aber nicht zu halten.

Die Hochschule Mittweida hat in den derzeit am stärksten von der Epidemie betroffenen chinesischen Regionen weder Kooperationspartner noch Studierende, erklärt Hochschulsprecher Helmut Hammer. "Wir raten sowohl Studierenden als auch Beschäftigten von Reisen nach China ab", sagt er. Studierende und Mitarbeiter seien Anfang Februar schriftlich über das Thema informiert worden. Über Aushänge weise die Hochschule zudem auf Hygieneregeln hin, die dazu beitragen, sich und andere vor einer Infektion zu schützen.

Laut Stefanie Schmitt von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen beobachtet das Unternehmen, das in Berbersdorf ein Logistikzentrum betreibt, die Lage aufmerksam. "Derzeit gehen wir nicht von Versorgungsengpässen aus - auch nicht von italienischen Produkten." Es lägen aber Notfallpläne vor, um Engpässen zu begegnen. (lkb/jl/fa/dahl)

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